Schwebende Stille

Schwanenfeder

beflügelt

Seelen

Frieden

©MHecht

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Fröhliches Julfest

Danke Dunkelheit, wir sind bereit:

Im sonnigen Kerzenlicht,

spiegelt sich unser inneres Licht.

 

Siehe, das leuchtende Lam(m) erblickt unsere Welt,

zum Julfeuer unter dem Sternenzelt.

Liebes Lam(m) lehre in diesen dunklen Tagen,

unser Leuchten in die Welt zu tragen.

Erst im Angesicht von Dunkelheit und Licht,

ist die Welt im Gleichgewicht.

©MHecht

Ein Leuchten – Das Bad putzen

Ein Leuchten

in tiefer Stille

in unendlicher Freude

im Augenblick sein

©MHecht

Es ist Zeit das Bad zu putzen. Den ganzen Morgen habe ich deshalb schon schlechte Laune. Auch während des Putzens, grummle ich immer vor mich hin und empfinde es als Zeitverschwendung. Aber es ist meine Lebenszeit, die ich nicht verschwenden möchte. Als freier Mensch steht es mir offen, diese Zeit sinnvoll zu gestalten. Während des Putzens versuche ich dieses Mal, die geistige Haltung aus der Sitzmeditation, in die Bewegung zu übertragen. Bis jetzt war meine Konzentration und die innere Stille sofort verschwunden, wenn ich mich bewegt habe. Auch während der Meditation im Sitzen schweifte mein Geist oft ab. In dieser Meditation versuche ich meine Aufmerksamkeit ohne Unterbrechung zu halten. Sanft liegt meine Konzentration auf meinem Unterbauch, um ganz im Augenblick präsent zu sein. Langsam erhebe ich mich aus der Meditationshaltung, konzentriere mich auf meine Umwelt und halte die Präsenz sanft im Hintergrund. Ich schaue mich vorsichtig um, greife nach Schwamm und Putzeimer. langsam beginne ich das Waschbecken zu putzen. Ärger steigt in mir hoch. Mein innerer Antreiber verlangt eine höhere Geschwindigkeit, der innere Kritiker befiehlt mehr Glanz und fleckenlose Sauberkeit. Das innere Kind möchte lieber im Garten ein paar Blumen einpflanzen. Ich beobachte und lächle. Ganz sanft nicke ich anerkennend dem inneren Theater zu. Mein tiefer Atem in den Unterbauch hilft mir, ganz in der weiten liebevollen Stille, die ich aus der Meditation kenne, zu ruhen. Ich bin mehr als mein inneres Theater, ich bin mehr als meine ständig wechselnden Emotionen. Ich sehe den Schwamm und das Waschbecken und fahre mit meiner Tätigkeit fort. Die Illusion der Trennung löst sich auf. Es gibt nichts mehr zu beobachten, wenn das „Ich bin“ sich ausdehnt und zum reinen Sein wird. Alles leuchtende Sein ist in diesem Augenblick. In seiner unendlichen  lebensbejahenden Tiefe des Glücks, ganz präsent, ganz klar, ganz verbunden im liebevollen Frieden.

Als das Bad fertig geputzt ist, falle ich wieder in die Trennung von „Ich“ und „Umgebung“ zurück. Mit einem Lächeln stelle ich fest, dass putzen von mir jahrelang unterbewertet wurde ;). Ich bin wieder ganz bei meinen Gefühlen und Gedanken angekommen. Als innerer Kritiker lasse ich einen letzten Blick auf das Ergebnis schweifen: Mist! Ich habe den Spiegel vergessen. Kurz schließe ich voller Mitgefühl die Augen. Der Ärger löst sich auf. Meine Aufmerksamkeit folgt dem Atem in meinen Unterbauch. Nachdem sich das präsente Körpergefühl wieder eingestellt hat, öffne ich vorsichtig die Augen und versuche es sanft im Hintergrund zu halten. Als ich aus dem Bad gehe werde ich plötzlich ganz mein innerer Antreiber, der noch schnell das Mittagessen bis 12:00 Uhr fertig kochen möchte.

Mein lebenslanger Übungsweg hat zum Ziel, dass ich ganz präsent in mir ruhen kann, während ich meinen Alltag lebe. Die Gedanken um Zukunft und Vergangenheit nehme ich wahr und lasse sie auch wieder gehen. Wenn sie mir helfen, meinen Alltag zu gestalten, nehme ich sie konstruktiv auf. Es ist der mittlere Weg, der nicht das absolute Leben allein im „Jetzt“ fordert. Es ist eins der vielen Paradoxe im Leben :). Ich plane meine Zukunft und lerne aus der Vergangenheit durch Reflexion. Gleichzeitig übe ich, ganz im Augenblick präsent zu sein. Manchmal wird dieser Übungsweg von Erfahrungen, wie in diesem Beitrag, bereichert. Das sind wundervolle Geschenke, die ich dankbar annehme. Ich versuche sie nicht willentlich herbeizuführen oder einzufordern. Jeder Augenblick ist neu und hat seine eigenen Wunder :).

Die Magie des Augenblicks

An eine Kirschblüte

Kaum habe ich deine Schönheit gesehen,

weiß ich, auch das wird schnell vergehen.

Warum musst du überhaupt entstehen,

wenn es so schmerzt dich zu sehen?

 

An meinen Bewunderer

Kurzsichtiger Mensch, der du bist,

so gesehen erscheint dein Leben trist.

Bald werde ich ohne Gestalt sein,

denn in deinem Herzen bin ich daheim.

Öffne dein großes Herz,

dann vergeht der weltliche Schmerz.

In deinem herrlichen Garten,

werde ich dich still erwarten.

Wahre Freude sende ich aus,

vertraue dir selbst und geh nach Haus!

©MHecht

Was will ich mit meiner Zeit anfangen, die mir zur Verfügung steht? Je mehr mir die Endlichkeit des Lebens bewusst wird, desto wichtiger wird der Augenblick. Wie sinnvoll verbringe ich mein Leben? In Gedanken versunken erledige ich meine Arbeit und den Haushalt, verbringe schöne Zeit mit meiner Familie, lese ab und zu ein Buch und treibe etwas Sport. Am Abend hänge ich dann erschöpft vor dem Fernseher. Diese Aufteilung hat mir eine Zeit lang gut gefallen. Tief in mir wurde mir immer bewusster, das ich „das Leben“ verpasse. Die Abenteuerreise dieses Beitrages beginnt JETZT. In diesem Augenblick, wenn ich aus dem Autopiloten des täglichen Lebens aussteige und die Kraft meiner Gedanken im Augenblick zentriere. Die bewusst gebündelte Kraft macht die Magie des Augenblicks aus. In ihm wohnt die Macht der Veränderung. Statt meine ganze Kraft auf die verschiedenen Aktivitäten und meinen geliebten Freizeitstress zu verteilen, übe ich mich jetzt darin die Energie zu bündeln und gezielt einzusetzen. Mein Ziel: alle Aktivitäten so zu verbinden, dass sie sich sinnvoll ergänzen, statt zu konkurrieren. Mein tiefes Vertrauen, dass alles seine Zeit hat, hilft mir ganz im Hier und Jetzt anzukommen. Als Symbol dient mir das indianische Medizinrad. In der Mitte ist alles ausbalanciert. Die verschiedenen Einflüsse, von allen Seiten verbinden sich in der Mitte und ermöglichen ein gesundes und erfülltes Leben. Wenn ich eine Tätigkeit ausführe, mit den Gedanken aber bereits in der Zukunft oder Vergangenheit bin, ist das Gleichgewicht gestört. Ich bin nicht mehr in meiner Mitte. Die magische Kraft des Augenblicks steht mir nicht zur Verfügung. Als Folge lasse ich mich schnell von meinen Gefühlen überrollen und kann die freie Zeit manchmal mit meinen Lieben nicht genießen.

Um die enge Verbindung zu meinen Gedanken zu lösen, übe ich mich im achtsamen Schauen. Dazu nehme ich meinen Körper wahr, bin mir aber bewusst, das ich nicht nur mein Körper bin. Ich nehme meine Gefühle wahr, bin mir aber bewusst, dass ich mehr als meine Gefühle bin. Mir hilft es, die Aufmerksamkeit auf meinen Unterbauch zu lenken, um innerlich ruhig und gleichzeitig nach außen präsent zu sein. Mit diesem kleinen Ritual aktiviere ich den inneren Zeugen. Er sieht die Gefühle, aber hat eine gesunde Distanz zu ihnen. Er nimmt alles wahr, aber bewertet nicht. Es darf alles sein, wie es gerade ist. Der innere Zeuge ruht selbst in liebevoller Aufmerksamkeit. Er urteilt nicht und ist daher mit allem verbunden: Dem prallen Leben, dem Urgrund allen Seins. Die Illusion der Trennung wird durch Urteile geschaffen. Ich strebe keinen leeren Geist oder die Überwindung von Gefühlen an. Für innere Heilung und ein gesundes Sein ist es wichtig, die Illusionen mit liebevoller Aufmerksamkeit zu durchschauen. Im Lichte der Achtsamkeit dürfen die Gefühle und Wahrnehmungen kommen und gehen. Auch wenn ich immer wieder aus dieser Art des Sehens „herausfalle“: Sobald ich mich wieder an den inneren Zeugen erinnere, kann ich weiter üben :).

Um die Achtsamkeit weiter zu schulen ist mir eine ganzheitliche Lebenspraxis wichtig. Sie umfasst den Geist, den Verstand, den Körper und auch den Bereich des Schattens (verdrängtes). Durch die Bearbeitung von Schattenthemen (z.B. durch die Quellen unten im Beitrag), lerne ich mich selbst besser kennen. Dies wirkt sich positiv auf den Umgang mit meinen Mitmenschen aus, denen ich selbstbestimmter und mit mehr Verständnis begegnen kann. Beim Gestalten meiner Lebenspraxis kommt es mir nicht auf Perfektion oder einen „durch getakteten “ Übungsplan an. Ich bin weiterhin offen und flexibel für den Moment, der natürlich auch chillen vor dem Fernseher beinhaltet. Die Übungen habe ich nach Schwerpunkt geordnet und nach Möglichkeit miteinander verbunden. Zum Beispiel führe ich ein paar Chi Gong Übungen aus und behalte die achtsame meditative Haltung für die folgenden Liegestützen und sit ups etc. bei. Das Training beende ich mit einer kurzen Sitzmeditation. Zu Beginn war es für mich sehr anstrengend, immer wieder zum inneren Zeugen zurückzukehren, da mein Verstand sehr schläfrig darauf reagierte. Gerade am Anfang hatte ich das Gefühl manchmal verträumter als vorher zu sein und war ziemlich entmutigt. Schließlich nahm ich mir vor, jeden Tag und jeden Augenblick neu zu beginnen. Es gibt immer mal Tage, an denen ich die Augenblicke an mir vorbei fliegen sehe und versuche ihnen hinterher zu laufen. Sobald ich stehen bleibe und ihnen lächelnd hinterher winke, kann ich den inneren Zeugen wieder aktivieren. Vielleicht nehme ich dann zuerst den großen Ärger wahr und wie sich der Ärger durch körperliche Symptome ausdrückt: verkrampfte Gesichtsmuskeln, angespannte Schultern…Die liebevolle Aufmerksamkeit hilft mir in diesen Augenblicken dabei, eine gesunde Distanz zu flüchtigen Gefühle und Wahrnehmungen zu schaffen und loszulassen. So kann ich mich wieder für die Fülle des Augenblicks, für die Fülle des Lebens entscheiden.

Ein Augenblick, für die magische Kraft der Veränderung.

Ein Augenblick, in dem die Farben heller werden.

Ein Augenblick in dem die Töne klangvoller sind.

Ein Augenblick, um die innere Heilung zu aktivieren.

Ein Augenblick, um die tiefe Verbundenheit (göttliche Liebe) zu spüren.

Ein Augenblick, um den Leben einen tiefen umfassenden Sinn zu verleihen.

Übung: Das Leben spüren: Konzentriere deine ganze Aufmerksamkeit auf ein Objekt Deiner Wahl: Das kann z.B. eine Blume oder ein Bild sein. Schaue genau hin, ohne zu verkrampfen. Welche Farben siehst du? Wie fühlt sich die Luft zwischen dem Objekt und Dir an? Wie ist die Temperatur auf deiner Haut während du das Objekt betrachtest? Welche Töne hörst Du? Was riechst Du? Dann wechsle gedanklich die Perspektive und schaue aus der Sicht des Objektes zu Dir. Wie sieht es Dich? Wer bist du? Wer ist ich? Wo herrscht Trennung? Wo Verbundenheit?

Nimm Dir ein paar Minuten Zeit für diese Übung und bewerte die Ergebnisse nicht. Es gibt bei dieser Übung kein „richtig“ und kein „falsch“. Viel Spaß  🙂


Quellen (Die meisten Inhalte der Bücher inspirieren mich. Die Ansichten der Autoren sollte jeder selber für sich prüfen 😉 ):

1.) THEKI – ENTWICKLE DICH! Der Schlüssel zum Bewusstsein. Autor: Sandra Weber. Verlag: Scorpio

2.) Integrale Lebenspraxis: körperliche Gesundheit, emotionale Balance, geistige Klarheit, spirituelles Erwachen. Autor: Ken Wilber u.a. Verlag: Kösel

3.) Open Hands: Grundlagen und Praxis des Handauflegens. Autor: Anne Höfler. Verlag: KNAUR MENSSANA

Die Harmonie des Lebens

Morgenstimmung

Wenn der Nebel sich lichtet,

wenn das Herz zum Horizont gerichtet,

dann lächelt der Grashüpfer versonnen:

„Die Welt ist vollkommen!“

©MHecht

Diese tiefe Harmonie in der Natur hatte ich schon lange nicht mehr gefühlt. Der graue Alltagsstress trennte mich immer mehr von der Fülle des Lebens. Es war Zeit für ein neues Abenteuer: Ziel war nicht nur meine innere Harmonie, sondern auch die Quelle allen Lebens, aller Verbundenheit zu finden. Als Reiseführer fand ich eine Anleitung zur Zenmeditation auf Youtube (von Hinnerk Syobu Polenski) und las „Suche nach dem Sinn des Lebens“ von Williges Jäger. Das Buch war für mich sehr anspruchsvoll aber ein wundervoller Einstieg in die Mystik. Hoch motiviert begann ich zu üben. Die ersten Ergebnisse waren frustrierend. Trotz verschiedener Methoden schlief alles während der Meditation ein: Meine Beine, mein Geist und auch meine Motivation. Ein Wikipedia – Artikel zu den Huna Prinzipien half mir schließlich weiter: „Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit. Es gibt immer auch einen anderen Weg.“ ( Hier geht`s zum Artikel)

Auf einmal war alles ganz einfach. Erster Schritt: Die Konzentration auf eine äußere Harmonie richten und mit ihrer Hilfe die innere Harmonie finden. Als „Herr der Ringe“  Fan bestand die äußere Harmonie aus einem 30 minütigen instrumentalen Ausschnitt des Soundtracks. Ich setze mich auf einen Stuhl, legte meine Hände auf meine Herzgegend und konzentrierte mich darauf, wie die Musik mein Herz berührte. Der Rhythmus meines Herzens passte sich nach kurzer Zeit der Musik an. Die Tür zu meinem Inneren öffnete sich und ich lies mich von der Musik treiben, wie auf einem sanften Fluss. Immer tiefer, getragen auf den Wellen der Musik, in völligen Vertrauen. Während der Reise lösten sich sanft alle Egogebilde, Traumbilder und Dualitäten auf. Schließlich gelangte ich ans Ziel meiner Reise: Die Welle wurde das Meer – im Ur-Rythmus allen Seins – In weiter, tief klingender, stiller Harmonie.

Mit dieser wundervollen Erfahrung aus der Fülle des Lebens kehrte ich langsam zurück. Als ich die Augen öffnete konnte ich noch ein paar Augenblicke die Verbundenheit zwischen den Dingen sehen. Die Stille, wie sie sanft die Töne umhüllte. Die Energie der Leere zwischen den Dingen, die nicht einfach nur leer war, sondern angefüllt, voller Möglichkeiten „zu werden“.

Mit der Rückkehr ins Alltagsbewusstsein kehrte auch die alltägliche Dualität zurück. Hier der Stuhl, da der Tisch, eine leere Kaffeetasse. Sofort übernahm wieder mein Verstand: „Oh je schon so spät? Ich wollte noch die Wäsche aufhängen und das Mittagessen vorbereiten….“ Diese Reise hatte mir nicht nur meine innere Harmonie und die Quelle allen Lebens gezeigt, sondern gleichzeitig die Worte der Meditationslehrer mit meinen eigenen spirituellen Erfahrungen verknüpft. Nicht mehr und nicht weniger. Auch wenn ich viele neue Erkenntnisse gewinnen konnte, ist es mir wichtig solche Erfahrungen nicht über zu bewerten. Sich achtsam auf den Weg zu machen und die Fülle des Lebens zu ergründen, das ist es, was die Leere, die innere Unzufriedenheit und die Frage nach dem mehr (für mich) beantwortet hat. Das stille unendliche Glück, dass im Ur-Rythmus erfahrbar ist, würden manche vielleicht göttlich nennen. Es ist mit Worten zu beschreiben aber die Erfahrung kann es nicht ersetzen. Genauso ist es weder religiös gebunden, noch ist es allein durch lesen zu erfahren. Es ist in jedem von uns – bereit zu Erwachen.

Immer wenn ich die Harmonie im Alltag vermisse, hilft mir diese kleine aber sehr effektive Übung. Als Musik eignet sich z.B. klassische Musik, weil diese vielschichtig aufgebaut ist:

Stelle Dir vor, Du bist der Star-Dirigent eines Orchesters. Gerade und aufrecht stehst Du vor Deinem Orchester. Wenn die Musik beginnt, führst du mit deinen Armen und deinem ganzen Körper das Orchester…lasse Dich leiten von der Musik…wenn Du möchtest kannst du die Augen schließen…sei mit Deiner Aufmerksamkeit ganz bei Dir…spüre, wie die Musik Dich umgibt und durchdringt…dabei beobachte einfach die Bewegungen Deines Körpers, ohne zu bewerten….Deine Bewegungen sind in diesem Moment genau richtig, um das Musikstück zur wahren Vollendung zu bringen…auf Dein Zeichen heben die Musiker ihre Instrumente…ich wünsche dir viel Spaß 🙂