Die Magie des Augenblicks

An eine Kirschblüte

Kaum habe ich deine Schönheit gesehen,

weiß ich, auch das wird schnell vergehen.

Warum musst du überhaupt entstehen,

wenn es so schmerzt dich zu sehen?

 

An meinen Bewunderer

Kurzsichtiger Mensch, der du bist,

so gesehen erscheint dein Leben trist.

Bald werde ich ohne Gestalt sein,

denn in deinem Herzen bin ich daheim.

Öffne dein großes Herz,

dann vergeht der weltliche Schmerz.

In deinem herrlichen Garten,

werde ich dich still erwarten.

Wahre Freude sende ich aus,

vertraue dir selbst und geh nach Haus!

©MHecht

Was will ich mit meiner Zeit anfangen, die mir zur Verfügung steht? Je mehr mir die Endlichkeit des Lebens bewusst wird, desto wichtiger wird der Augenblick. Wie sinnvoll verbringe ich mein Leben? In Gedanken versunken erledige ich meine Arbeit und den Haushalt, verbringe schöne Zeit mit meiner Familie, lese ab und zu ein Buch und treibe etwas Sport. Am Abend hänge ich dann erschöpft vor dem Fernseher. Diese Aufteilung hat mir eine Zeit lang gut gefallen. Tief in mir wurde mir immer bewusster, das ich „das Leben“ verpasse. Die Abenteuerreise dieses Beitrages beginnt JETZT. In diesem Augenblick, wenn ich aus dem Autopiloten des täglichen Lebens aussteige und die Kraft meiner Gedanken im Augenblick zentriere. Die bewusst gebündelte Kraft macht die Magie des Augenblicks aus. In ihm wohnt die Macht der Veränderung. Statt meine ganze Kraft auf die verschiedenen Aktivitäten und meinen geliebten Freizeitstress zu verteilen, übe ich mich jetzt darin die Energie zu bündeln und gezielt einzusetzen. Mein Ziel: alle Aktivitäten so zu verbinden, dass sie sich sinnvoll ergänzen, statt zu konkurrieren. Mein tiefes Vertrauen, dass alles seine Zeit hat, hilft mir ganz im Hier und Jetzt anzukommen. Als Symbol dient mir das indianische Medizinrad. In der Mitte ist alles ausbalanciert. Die verschiedenen Einflüsse, von allen Seiten verbinden sich in der Mitte und ermöglichen ein gesundes und erfülltes Leben. Wenn ich eine Tätigkeit ausführe, mit den Gedanken aber bereits in der Zukunft oder Vergangenheit bin, ist das Gleichgewicht gestört. Ich bin nicht mehr in meiner Mitte. Die magische Kraft des Augenblicks steht mir nicht zur Verfügung. Als Folge lasse ich mich schnell von meinen Gefühlen überrollen und kann die freie Zeit manchmal mit meinen Lieben nicht genießen.

Um die enge Verbindung zu meinen Gedanken zu lösen, übe ich mich im achtsamen Schauen. Dazu nehme ich meinen Körper wahr, bin mir aber bewusst, das ich nicht nur mein Körper bin. Ich nehme meine Gefühle wahr, bin mir aber bewusst, dass ich mehr als meine Gefühle bin. Mir hilft es, die Aufmerksamkeit auf meinen Unterbauch zu lenken, um innerlich ruhig und gleichzeitig nach außen präsent zu sein. Mit diesem kleinen Ritual aktiviere ich den inneren Zeugen. Er sieht die Gefühle, aber hat eine gesunde Distanz zu ihnen. Er nimmt alles wahr, aber bewertet nicht. Es darf alles sein, wie es gerade ist. Der innere Zeuge ruht selbst in liebevoller Aufmerksamkeit. Er urteilt nicht und ist daher mit allem verbunden: Dem prallen Leben, dem Urgrund allen Seins. Die Illusion der Trennung wird durch Urteile geschaffen. Ich strebe keinen leeren Geist oder die Überwindung von Gefühlen an. Für innere Heilung und ein gesundes Sein ist es wichtig, die Illusionen mit liebevoller Aufmerksamkeit zu durchschauen. Im Lichte der Achtsamkeit dürfen die Gefühle und Wahrnehmungen kommen und gehen. Auch wenn ich immer wieder aus dieser Art des Sehens „herausfalle“: Sobald ich mich wieder an den inneren Zeugen erinnere, kann ich weiter üben :).

Um die Achtsamkeit weiter zu schulen ist mir eine ganzheitliche Lebenspraxis wichtig. Sie umfasst den Geist, den Verstand, den Körper und auch den Bereich des Schattens (verdrängtes). Durch die Bearbeitung von Schattenthemen (z.B. durch die Quellen unten im Beitrag), lerne ich mich selbst besser kennen. Dies wirkt sich positiv auf den Umgang mit meinen Mitmenschen aus, denen ich selbstbestimmter und mit mehr Verständnis begegnen kann. Beim Gestalten meiner Lebenspraxis kommt es mir nicht auf Perfektion oder einen „durch getakteten “ Übungsplan an. Ich bin weiterhin offen und flexibel für den Moment, der natürlich auch chillen vor dem Fernseher beinhaltet. Die Übungen habe ich nach Schwerpunkt geordnet und nach Möglichkeit miteinander verbunden. Zum Beispiel führe ich ein paar Chi Gong Übungen aus und behalte die achtsame meditative Haltung für die folgenden Liegestützen und sit ups etc. bei. Das Training beende ich mit einer kurzen Sitzmeditation. Zu Beginn war es für mich sehr anstrengend, immer wieder zum inneren Zeugen zurückzukehren, da mein Verstand sehr schläfrig darauf reagierte. Gerade am Anfang hatte ich das Gefühl manchmal verträumter als vorher zu sein und war ziemlich entmutigt. Schließlich nahm ich mir vor, jeden Tag und jeden Augenblick neu zu beginnen. Es gibt immer mal Tage, an denen ich die Augenblicke an mir vorbei fliegen sehe und versuche ihnen hinterher zu laufen. Sobald ich stehen bleibe und ihnen lächelnd hinterher winke, kann ich den inneren Zeugen wieder aktivieren. Vielleicht nehme ich dann zuerst den großen Ärger wahr und wie sich der Ärger durch körperliche Symptome ausdrückt: verkrampfte Gesichtsmuskeln, angespannte Schultern…Die liebevolle Aufmerksamkeit hilft mir in diesen Augenblicken dabei, eine gesunde Distanz zu flüchtigen Gefühle und Wahrnehmungen zu schaffen und loszulassen. So kann ich mich wieder für die Fülle des Augenblicks, für die Fülle des Lebens entscheiden.

Ein Augenblick, für die magische Kraft der Veränderung.

Ein Augenblick, in dem die Farben heller werden.

Ein Augenblick in dem die Töne klangvoller sind.

Ein Augenblick, um die innere Heilung zu aktivieren.

Ein Augenblick, um die tiefe Verbundenheit (göttliche Liebe) zu spüren.

Ein Augenblick, um den Leben einen tiefen umfassenden Sinn zu verleihen.

Übung: Das Leben spüren: Konzentriere deine ganze Aufmerksamkeit auf ein Objekt Deiner Wahl: Das kann z.B. eine Blume oder ein Bild sein. Schaue genau hin, ohne zu verkrampfen. Welche Farben siehst du? Wie fühlt sich die Luft zwischen dem Objekt und Dir an? Wie ist die Temperatur auf deiner Haut während du das Objekt betrachtest? Welche Töne hörst Du? Was riechst Du? Dann wechsle gedanklich die Perspektive und schaue aus der Sicht des Objektes zu Dir. Wie sieht es Dich? Wer bist du? Wer ist ich? Wo herrscht Trennung? Wo Verbundenheit?

Nimm Dir ein paar Minuten Zeit für diese Übung und bewerte die Ergebnisse nicht. Es gibt bei dieser Übung kein „richtig“ und kein „falsch“. Viel Spaß  🙂


Quellen (Die meisten Inhalte der Bücher inspirieren mich. Die Ansichten der Autoren sollte jeder selber für sich prüfen 😉 ):

1.) THEKI – ENTWICKLE DICH! Der Schlüssel zum Bewusstsein. Autor: Sandra Weber. Verlag: Scorpio

2.) Integrale Lebenspraxis: körperliche Gesundheit, emotionale Balance, geistige Klarheit, spirituelles Erwachen. Autor: Ken Wilber u.a. Verlag: Kösel

3.) Open Hands: Grundlagen und Praxis des Handauflegens. Autor: Anne Höfler. Verlag: KNAUR MENSSANA

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Alle Macht kommt von Innen

Wenn die Mitglieder sich bekriegen,

wird allein die Krankheit siegen.

Liebe weiß heilend zu verbinden,

wirkliches Lebensglück zu finden.

Wird der Chor im Einklang singen?

Lasse die Harmonie erklingen!

 ©MHecht

Wer spricht eigentlich, wenn eine Stimme in mir sagt, dass sie Entspannung braucht und eine andere, dass die Küche noch aufgeräumt werden muss? Ich bin es leid, dass mich meine Gedanken beherrschen. Ich möchte nicht nur mehr im Einklang mit mir selbst sein, sondern genauer verstehen, wie meine Persönlichkeit aufgebaut ist. Wenn das „Ich“ als System gut funktioniert, ist das der Schlüssel zu mehr Lebensglück und gesünderen Verhalten. Bei dieser Abenteuerreise geht es nicht um totale Kontrolle. Die mitfühlende Erkundung der eigenen Licht- und Schattenseiten im Inneren, führt auch zu verständnisvolleren Haltung gegenüber meinen Mitmenschen. Auf meiner Abenteuerreise werde ich mir die Akteure meines „Ichs“ genauer ansehen. Im Disney Film „Alles steht Kopf“ sitzen die Gefühle am Kontrollhebel. In der Realität gibt es zum Glück, mit Hilfe der Achtsamkeit, noch eine andere Kontrollinstanz. Luise Reddemann nennt sie den „Inneren Beobachter“, Roberto Assagioli „den Dirigenten“, je nach psychologischer Schule hat sie viele Namen. Die Kontrollinstanz sollte authentisch sein, mit Kompetenz und mitfühlende Haltung vorgehen, wie alle guten Chefs. Alle unterschiedlichen Bedürfnisse der Chormitglieder müssen zu einem größtmöglichen Kompromiss zusammenführt werden. Erklingt die Symphonie in völliger Harmonie, ist für diesen Moment die Arbeit des Dirigenten erfolgreich. Wie im Inneren, so im Außen ;).

Also Augen zu und Spot on: Die innere Bühne erstrahlt im Licht der Aufmerksamkeit. Als Hilfestellung stelle ich mir das Bild eines kleinen Dirigenten vor, der die Bühne betritt. Im selben Moment eilt der Manager mit einer langen Liste in der Hand auf die Bühne. Abwechselnd deutet er auf seine Uhr und die vielen Aufgaben auf dem Papier. Ein kleiner Angsthase hoppelt nervös um ihn herum und hält sich an der Uhr des Managers fest. Die anderen Chormitglieder und Musiker stehen im Hintergrund passiv herum und warten auf ihren Einsatz. Der Dirigent rauft sich die Haare, kein Wunder, dass es mir schwer fällt mal in Ruhe zu entspannen, bei dem Chaos. Als erstes versuche ich mit Hilfe des Dirigenten Ordnung in das Orchester bringen. Jeder soll seiner Aufgabe entsprechend den richtigen Platz einnehmen. Der Manager stört diesen Prozess immer wieder, schiebt die Musiker hin und her und verursacht noch mehr Chaos. So funktioniert es anscheinend nicht. Wie war das damals in der Schule? Der Lehrer zieht den größten Störenfried zum Einzelgespräch heraus, damit sich die restlichen Schüler neu ordnen können. „Manager! Ab ins Büro, zur Besprechung mit dem Chef! Angsthase such dir einen Platz im Chor!“ Um mit dem Manager in Ruhe zu reden nutze ich eine Übung aus der Gestalttherapie.

Ich öffne die Augen und hole zwei Stühle, die ich gegenüberstelle. Dann nehme ich zuerst auf dem Stuhl des Dirigenten Platz. Ich habe gesehen, was der Manager will (möglichst viele Aufgaben in wenig Zeit erledigen) und frage den Manager was er wirklich braucht. Dann wechsle ich die Plätze. Der Manager beharrt darauf, dass man nur erfolgreich sein kann, wenn hohe Ziele gesteckt und diese in kurzer Zeit mit voller Energie verfolgt werden. Früher war dieser Grundsatz für mich wichtig, doch heute ist mir meine Gesundheit wichtiger. Wenn ich das Verhalten nicht ändere, macht es mich krank. Eigentlich sehnt sich der Manager danach, auf einer Hollywood – Schaukel die Wolken zu beobachten. Ich gehe mit ihm aus dem Büro des Dirigenten und richte ihm einen inneren Raum nach seinen Wünschen ein. Erleichtert kann der Manager zur Ruhe kommen. Ich frage ihn, welche Lücke er mit ausfüllt? Wenn die Balance fehlt, ist ein Teil des Ichs völlig passiv. Ich lasse mich von ihm in einen Keller führen. Dort treffen wir mein inneres Kind (das ich durch andere Übungen bereits kenne s.u. Quelle). Es hat einen schweren Rucksack auf, lässt die Arme hängen und sagt.“ Ich kann das gar nicht alles schaffen!“ Der Manager hat das innere Kind hierher verbannt, weil es mit seinen Träumen die Produktivität gehemmt hat. Ich überzeuge es, dass wir kommen sind, um zu helfen und ihm eine Stimme zu verleihen. Gemeinsam nehmen wir den Rucksack ab und führen es nach oben in den Chorraum. Dort angekommen lässt das innere Kind seinen ganzen Frust aus und fängt an zu toben und zu schreien. Es darf sich ganz ausleben. Nachdem es sich beruhigt hat, setze ich den Manager für seine Interessen ein, um die Teamarbeit zu fördern. Das innere Kind nimmt Hand in Hand zwischen den inneren Eltern im Chor seinen Platz ein. Der Dirigent hebt den Taktstock und auf sein Zeichen erklingt eine wundervolle Symphonie. Im Solo des inneren Kindes dürfen die Töne wie bunte Seifenblasen langsam in den Himmel steigen. Erleichtert öffne ich die Augen. Das war harte Arbeit aber die innere Symphonie klingt noch sanft nach, während ich mich wieder meinem Alltag widme.

Übung: Wer spricht? Im Alltag halte ich immer mal wieder innerlich an, lenke den Spot meiner Aufmerksamkeit nach innen und schaue: Wer spricht dort und braucht der Akteur vielleicht etwas ganz anderes als das, was er möchte?


Quellen:

Imagination als heilsame Kraft: Luise Reddemann

Versöhnung mit dem inneren Kind: Thich Nhat Hanh

Den Dämonen Nahrung geben: Tsültrim Allione

 

Die Harmonie des Lebens

Morgenstimmung

Wenn der Nebel sich lichtet,

wenn das Herz zum Horizont gerichtet,

dann lächelt der Grashüpfer versonnen:

„Die Welt ist vollkommen!“

©MHecht

Diese tiefe Harmonie in der Natur hatte ich schon lange nicht mehr gefühlt. Der graue Alltagsstress trennte mich immer mehr von der Fülle des Lebens. Es war Zeit für ein neues Abenteuer: Ziel war nicht nur meine innere Harmonie, sondern auch die Quelle allen Lebens, aller Verbundenheit zu finden. Als Reiseführer fand ich eine Anleitung zur Zenmeditation auf Youtube (von Hinnerk Syobu Polenski) und las „Suche nach dem Sinn des Lebens“ von Williges Jäger. Das Buch war für mich sehr anspruchsvoll aber ein wundervoller Einstieg in die Mystik. Hoch motiviert begann ich zu üben. Die ersten Ergebnisse waren frustrierend. Trotz verschiedener Methoden schlief alles während der Meditation ein: Meine Beine, mein Geist und auch meine Motivation. Ein Wikipedia – Artikel zu den Huna Prinzipien half mir schließlich weiter: „Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit. Es gibt immer auch einen anderen Weg.“ ( Hier geht`s zum Artikel)

Auf einmal war alles ganz einfach. Erster Schritt: Die Konzentration auf eine äußere Harmonie richten und mit ihrer Hilfe die innere Harmonie finden. Als „Herr der Ringe“  Fan bestand die äußere Harmonie aus einem 30 minütigen instrumentalen Ausschnitt des Soundtracks. Ich setze mich auf einen Stuhl, legte meine Hände auf meine Herzgegend und konzentrierte mich darauf, wie die Musik mein Herz berührte. Der Rhythmus meines Herzens passte sich nach kurzer Zeit der Musik an. Die Tür zu meinem Inneren öffnete sich und ich lies mich von der Musik treiben, wie auf einem sanften Fluss. Immer tiefer, getragen auf den Wellen der Musik, in völligen Vertrauen. Während der Reise lösten sich sanft alle Egogebilde, Traumbilder und Dualitäten auf. Schließlich gelangte ich ans Ziel meiner Reise: Die Welle wurde das Meer – im Ur-Rythmus allen Seins – In weiter, tief klingender, stiller Harmonie.

Mit dieser wundervollen Erfahrung aus der Fülle des Lebens kehrte ich langsam zurück. Als ich die Augen öffnete konnte ich noch ein paar Augenblicke die Verbundenheit zwischen den Dingen sehen. Die Stille, wie sie sanft die Töne umhüllte. Die Energie der Leere zwischen den Dingen, die nicht einfach nur leer war, sondern angefüllt, voller Möglichkeiten „zu werden“.

Mit der Rückkehr ins Alltagsbewusstsein kehrte auch die alltägliche Dualität zurück. Hier der Stuhl, da der Tisch, eine leere Kaffeetasse. Sofort übernahm wieder mein Verstand: „Oh je schon so spät? Ich wollte noch die Wäsche aufhängen und das Mittagessen vorbereiten….“ Diese Reise hatte mir nicht nur meine innere Harmonie und die Quelle allen Lebens gezeigt, sondern gleichzeitig die Worte der Meditationslehrer mit meinen eigenen spirituellen Erfahrungen verknüpft. Nicht mehr und nicht weniger. Auch wenn ich viele neue Erkenntnisse gewinnen konnte, ist es mir wichtig solche Erfahrungen nicht über zu bewerten. Sich achtsam auf den Weg zu machen und die Fülle des Lebens zu ergründen, das ist es, was die Leere, die innere Unzufriedenheit und die Frage nach dem mehr (für mich) beantwortet hat. Das stille unendliche Glück, dass im Ur-Rythmus erfahrbar ist, würden manche vielleicht göttlich nennen. Es ist mit Worten zu beschreiben aber die Erfahrung kann es nicht ersetzen. Genauso ist es weder religiös gebunden, noch ist es allein durch lesen zu erfahren. Es ist in jedem von uns – bereit zu Erwachen.

Immer wenn ich die Harmonie im Alltag vermisse, hilft mir diese kleine aber sehr effektive Übung. Als Musik eignet sich z.B. klassische Musik, weil diese vielschichtig aufgebaut ist:

Stelle Dir vor, Du bist der Star-Dirigent eines Orchesters. Gerade und aufrecht stehst Du vor Deinem Orchester. Wenn die Musik beginnt, führst du mit deinen Armen und deinem ganzen Körper das Orchester…lasse Dich leiten von der Musik…wenn Du möchtest kannst du die Augen schließen…sei mit Deiner Aufmerksamkeit ganz bei Dir…spüre, wie die Musik Dich umgibt und durchdringt…dabei beobachte einfach die Bewegungen Deines Körpers, ohne zu bewerten….Deine Bewegungen sind in diesem Moment genau richtig, um das Musikstück zur wahren Vollendung zu bringen…auf Dein Zeichen heben die Musiker ihre Instrumente…ich wünsche dir viel Spaß 🙂

Die Reise zur inneren Stimme

Weisheit

Weisheit: Sie wartet

Mit Liebe gewichtet

Zur Erde gesandt

Zum Himmel gerichtet

 

Wirst Du es sein?

Goldener Schein?

Sonne ist Dein und lacht

Woraus wird Feuer gemacht?

 

Weisheit: Sie wartet

Es reicht zu warten

Um unterzugehen

Im Dunklen dann

Die Weisheit gesehen

Bereit zum Auferstehen.

©MHecht

Schluss mit orientierungslosen Energie-Hopping! Der Stromanbieter-Wechsel zum Ende des Jahres kann aus finanziellen Gründen sinnvoll sein. Im spirituellen Bereich verwirrte mich die verstandsorientierte Suche nach neuen Impulsen immer mehr. Immer neue Bücher und neue Impulse ohne Orientierung oder roten Faden. Es war Zeit für eine neue Reise. Diesmal zu meiner inneren Stimme. Ziel der Reise war eine verlässliche Orientierung bei meiner weiteren spirituellen Entwicklung.

Als erstes stellte ich mir einen Reiseführer zusammen. Das nächste Problem: Welche Methode sollte ich als Reiseführer nutzen: Schamanisches Reisen? Fantasiereisen? Imagination? Meditation? Kontemplation? Focusing (nach Eugene T. Gendlin) ? Sufi Tanz? Gebet? Kreatives Schreiben? Malen? Musik? Immerhin wusste ich, dass ich am ehesten Erfolg haben würde, wenn die Methode meinen kulturellen Wurzeln entspricht, damit ich die Technik und das Weltbild verstehen konnte. Wichtig war mir, diese Abenteuerreise nicht in einem Kloster oder Ashram etc. zu unternehmen, sondern Zuhause im Alltag. Die Methode sollte so vertrauenserweckend sein, dass ich mich darauf einlassen kann. Für meinen Verstand fügte ich noch eine logische Erklärung des Ganzen hinzu: Ich beschloß das Ziel meiner Reise auf den Archetyp der inneren Lehrerin auszurichten. Der Schweizer Psychologen C.G. Jung hatte sich mit der Theorie der Archetypen beschäftigt. Was sind Archetypen? Als ersten Schritt legte ich mich auf mein Sofa, konzentrierte mich auf meinen Atem und „reiste“ mit ihm in mein Inneres. Dort schuf ich mir einen inneren Ort der Entspannung (siehe Übung unten). Die Übung war so schön erholsam, dass ich einschlief und erst eine Stunde später wieder erwachte :).

Im Laufe der folgenden Tage unternahm ich immer wieder die Reise zu diesem Ort, um meine innere Lehrerin kennen zu lernen. Ich unternahm einige Versuche die Innere Lehrerin zu rufen oder auch zu suchen – aber alles erfolglos. Schließlich nutze ich die Imagination des sicheren Ortes nur noch, um mich zu entspannen. Meine Aufmerksamkeit machte es an manchen Tagen unmöglich, nicht immer wieder aus der Imagination heraus zu fallen und Probleme zu wälzen. Eines Tages, während der Entspannungsübung überraschte mich mein Unterbewusstsein. Es war alles wunderbar friedlich in meinem inneren Ort: Ich saß an einem kleinen Fluß, an einem warmen Baumstamm gelehnt. Die Sonne schien und die Vögel zwitscherten. Eine freundliche alte Frau kam zu mir und sie setzte sich einfach dazu: völlig unspektakulär. Neue Erkenntnis: Es reichte einfach zu warten 🙂 … Eine offene interessierte Haltung ist auch hilfreich ;): Das war faszinierend. Völlig überrascht  habe ich sie zunächst nur betrachtet und mich nicht getraut „sie“ anzusprechen. In der nächsten Imagination saß die alte freundliche Frau bereits wieder meditierend unter dem Baum. Auch sie wartete, bis ich mich traute sie anzusprechen. Ich sprach zu ihr, in dem ich mir eine Comic-Sprechblase vorstellte, mit der Frage, ob sie meine innere Stimme repräsentiert. Als sie , ich ihr die Hand. Es war ein wunderschönes Gefühl. Ein tiefes Glück Zuhause zu sein. Seit dem Augenblick habe ich neben dem Verstand eine weitere Orientierung, wenn ich zu neuen Heldenreisen aufbreche. Das bedeutet nicht, das wir nicht manchmal aneinander vorbei reden, da sie in Bildern des Unterbewusstseins spricht und ich es meist mit Logik versuche 😉 Das Ziel meiner Reise war jedoch erreicht: Orientierungsloses Energiehopping gehörte der Vergangenheit an. Unten habe ich Dir diese Übung in kurzer Form eingefügt. Du kannst sie Übung so ergänzen, wie es Dir richtig erscheint, um Kontakt mit deiner inneren Stimme auf zu nehmen. Führst Du Deine Imagination mit einer bestimmten Intention aus, dann wird Dein Unterbewusstsein auch antworten. Die Übung des sicheren Ortes gibt es in unterschiedlichen „Schulen“ (z.B. Schamanische Reise oder moderner Fantasiereisen (z.B. auch in diversen Variationen bei Youtube)

Übung „Deine innere Oase der Entspannung“: Lege Dich entspannt hin. Schließe die Augen. Atme tief ein und lasse alle Anspannung mit Deinem Atem durch Deine Füße in den Boden herausfließen. Dann atme normal weiter. Konzentriere Dich auf deine Bauchdecke, wie sie sich vom Atmen hebt und senkt. Fühle wie die Sonnenstrahlen Deinen Bauch immer mehr erwärmen. Reise nun mit diesen Sonnenstrahlen in dein Inneres. Wenn Du dort angekommen bist, stehe auf und schaue dich um. Du stehst auf einer bunten Wiese. WIe möchtest du deine Oase der Entspannung gestalten? Du hast die Macht alles so mühelos um zu gestalten, wie es für Dich richtig ist. Ist die Oase drinnen oder  draußen? Welche Materialien benutzt Du? Welche Farben siehst Du? Wenn Du alles zu Deiner Zufriedenheit eingerichtet hast: Lasse Dich entspannt nieder und genieße!

Hinweis: Sollten in der Imagination Probleme auftauchen, die Dich überfordern, brich sie einfach ab und frage Experten um Rat!  Ein Buchtipp zu psychologischen Problemen bei Imaginationen (nur wenn Du seelisch stabil bist, sonst geh lieber zu einem Psychologen, Heilpraktier….): Im Klett- Cotta Verlag erschienen: Imagination als heilsame Kraft. Autor: Luise Reddemann

Der erste Schritt – Die Sehnsucht

„Einmal will ich die wahre Freiheit erleben,

nur ein einzig Augenblick,

dann erkenne ich das wahre Leben,

doch es ist ein langer Weg ins Glück“

©MHecht

Mit diesem Gedicht drückte ich als Teenager meine tiefe Sehnsucht nach meinem wahren Selbst aus. Weil ich mit meiner inneren Stimme nicht in Kontakt war bzw. noch nicht mal wusste, dass es sowas gibt, befand ich mich in einer Sackgasse. So ging ich auf meine erste Heldenreise, um meine Sehnsucht zu stillen und Antworten zu finden. Die Reise stellte sich als Weg voller Irrtümer heraus. Als erstes untersuchte ich die Bibel und konnte nichts hilfreiches finden. Auch der Pastor, der mich konfirmierte konnte mir nicht weiterhelfen, weil ich den christlichen Glauben als einengend empfand. Gleichzeitig hatte ich Schuldgefühle, weil ich an meinem Glauben zweifelte. Es war mit total unverständlich, wie eine Religion, die auf Schuld, Sühne und festen Regeln basiert, mit meinem inneren Freiheitsbegriff zusammen passen sollte. Ich konnte die Lebenskraft in der Natur spüren, die alles verbindet und meine Seele oder mein wahres Selbst leuchten ließ. Auf keinen Fall wollte ich diese Spiritualität an eine externe Autorität (Pastor) abgeben.

Nachdem alle Versuche mein Glück im Glauben zu finden scheiterten, konzentrierte ich mich im Laufe der Jahre auf Schule, Studium, Beruf und Familie. Ich übertönte meine immer lauter werdende innere Stimme mit allen (legalen) Mitteln. Als Ergebnis stand ich unter dauerhafter Anspannung. Körperliche Stresssymptome beherrschten meinen Alltag. Mein Kopf und Bauch waren in einen Kampf geraten und schrien sich gegenseitig an: „Hör jetzt auf damit! Ich versteh dich nicht! Mach, was ich dir sage!“ Schließlich gab meine innere Stimme scheinbar nach und verstummte. Ich spürte gar nichts mehr. Alles fühlte sich taub an. Diese Zeit war nur kurz (ein paar Tage) doch es erschreckte mich so sehr, dass ich beschloß den inneren Krieg zu beenden. Ich entschloss mich zu einer neuen Reise. Diesmal wollte ich alle Kräfte harmonisch bündeln, um zum Ziel zu kommen. Das passende Buch als Reiseführer war von Thich Nhat Hanh „Vom Glück einen Baum zu umarmen. Geschichten von der Kunst des achtsamen Lebens.“ Es kostete mich bereits einigen Mut das Buch zu kaufen, weil mein Verstand es als viel zu esoterisch ablehnte. Wegen dieser ablehnenden Haltung war es genau das Richtige. Die zentrale neue Botschaft war für mich, nicht nur Achtsamkeit und Mitgefühl für alle Lebewesen, sondern auch für mich selbst zu entwickeln. Meine ersten achtsamen Versuche waren sehr frustrierend und ich fühlte mich überfordert regelmäßig zu üben. Die Aussicht auf das Ziel meiner Reise, inneren Frieden und neue Lebensfreude, lies mich durchhalten. Wenn ich eine kleine Übung in meinen Alltag einbauen konnte, fühlte ich manchmal sogar kurze Augenblicke innerer Harmonie.

So kehrte ich diesmal ein wenig erfolgreicher von der Heldenreise zurück und nahm die neuen Erkenntnisse mit viel Dankbarkeit in meinen Alltag auf. Genug gelesen! Hier ist die Gelegenheit für eigene Erfahrungen 😉 :

Achtsamkeitsübung „Der Seele Nahrung geben“: Nimm Dir einen Augenblick Zeit. Setze Dich bequem hin und schließe die Augen. Atme tief ein, sammel alle negativen Gedanken, Gefühle, Empfindungen und lasse sie beim Ausatmen durch Deine Füße in Boden fließen. Dann lasse Deinen Atem los und richte Deine Aufmerksamkeit auf Deinen Bauch: Lasse in Deinem Inneren die Frage auftauchen: Was ist es, was ich jetzt am meisten brauche? Ist es ein körperliches Bedürfnis (z.B. Hunger, Durst), dann stehe jetzt auf und stille dieses Bedürfnis so gut und so aufmerksam wie möglich. Konzentriere Dich nur auf diese Tätigkeit. Wenn es ein seelisches Bedürfnis ist (z.B. Ruhe, Sicherheit, Freude, Glück), lasse Deine Augen geschlossen. Richte Deine Aufmerksamkeit weiter auf Deinen Bauch. Stelle Dir vor, wie ein helles warmes Licht in Deinem Inneren beginnt zu leuchten. Dieses Licht ist Nahrung für Deine Seele. Es nährt Deine Seele mit dem, was Du jetzt am meisten brauchst. Stelle Dir vor, wie das helle Licht immer größer wird, bis es dich ganz geborgen einhüllt, in deiner eigenen persönlichen Oase. Das Licht schenkt dir alles, was du brauchst, um in diesem Moment, in völliger Harmonie mit Dir selbst zu sein.