Herbstzeitlos

Aus dem Urgrund formt

sich in jedem Augenblick

Deine neue Welt

©MHecht

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Wer spricht?

Lass mich die Einsamkeit beenden.

Mein liebes Ich,

tritt einen Schritt zurück.

Lass mich selbst schauen

aus mir, das keine Worte hat.

In den Augen des Anderen,

sehe ich mein Lächeln

und noch so viel mehr.

 

Sie leiden so sehr,

glauben stolpernd, ohne Licht zu sehen.

Was ist mit dem Verstand geschehen?

Aus ganzem Verstand und Herzen,

nimm das Licht der inneren Kerzen!

Siehe das wir Eins sind,

dass wir mehr sind.

Im Ewigen erklingt

der Augenblick,

um zu verstehen.

Lass uns Gemeinsamkeit entsenden.

©MHecht

Ein Leuchten – Das Bad putzen

Ein Leuchten

in tiefer Stille

in unendlicher Freude

im Augenblick sein

©MHecht

Es ist Zeit das Bad zu putzen. Den ganzen Morgen habe ich deshalb schon schlechte Laune. Auch während des Putzens, grummle ich immer vor mich hin und empfinde es als Zeitverschwendung. Aber es ist meine Lebenszeit, die ich nicht verschwenden möchte. Als freier Mensch steht es mir offen, diese Zeit sinnvoll zu gestalten. Während des Putzens versuche ich dieses Mal, die geistige Haltung aus der Sitzmeditation, in die Bewegung zu übertragen. Bis jetzt war meine Konzentration und die innere Stille sofort verschwunden, wenn ich mich bewegt habe. Auch während der Meditation im Sitzen schweifte mein Geist oft ab. In dieser Meditation versuche ich meine Aufmerksamkeit ohne Unterbrechung zu halten. Sanft liegt meine Konzentration auf meinem Unterbauch, um ganz im Augenblick präsent zu sein. Langsam erhebe ich mich aus der Meditationshaltung, konzentriere mich auf meine Umwelt und halte die Präsenz sanft im Hintergrund. Ich schaue mich vorsichtig um, greife nach Schwamm und Putzeimer. langsam beginne ich das Waschbecken zu putzen. Ärger steigt in mir hoch. Mein innerer Antreiber verlangt eine höhere Geschwindigkeit, der innere Kritiker befiehlt mehr Glanz und fleckenlose Sauberkeit. Das innere Kind möchte lieber im Garten ein paar Blumen einpflanzen. Ich beobachte und lächle. Ganz sanft nicke ich anerkennend dem inneren Theater zu. Mein tiefer Atem in den Unterbauch hilft mir, ganz in der weiten liebevollen Stille, die ich aus der Meditation kenne, zu ruhen. Ich bin mehr als mein inneres Theater, ich bin mehr als meine ständig wechselnden Emotionen. Ich sehe den Schwamm und das Waschbecken und fahre mit meiner Tätigkeit fort. Die Illusion der Trennung löst sich auf. Es gibt nichts mehr zu beobachten, wenn das „Ich bin“ sich ausdehnt und zum reinen Sein wird. Alles leuchtende Sein ist in diesem Augenblick. In seiner unendlichen  lebensbejahenden Tiefe des Glücks, ganz präsent, ganz klar, ganz verbunden im liebevollen Frieden.

Als das Bad fertig geputzt ist, falle ich wieder in die Trennung von „Ich“ und „Umgebung“ zurück. Mit einem Lächeln stelle ich fest, dass putzen von mir jahrelang unterbewertet wurde ;). Ich bin wieder ganz bei meinen Gefühlen und Gedanken angekommen. Als innerer Kritiker lasse ich einen letzten Blick auf das Ergebnis schweifen: Mist! Ich habe den Spiegel vergessen. Kurz schließe ich voller Mitgefühl die Augen. Der Ärger löst sich auf. Meine Aufmerksamkeit folgt dem Atem in meinen Unterbauch. Nachdem sich das präsente Körpergefühl wieder eingestellt hat, öffne ich vorsichtig die Augen und versuche es sanft im Hintergrund zu halten. Als ich aus dem Bad gehe werde ich plötzlich ganz mein innerer Antreiber, der noch schnell das Mittagessen bis 12:00 Uhr fertig kochen möchte.

Mein lebenslanger Übungsweg hat zum Ziel, dass ich ganz präsent in mir ruhen kann, während ich meinen Alltag lebe. Die Gedanken um Zukunft und Vergangenheit nehme ich wahr und lasse sie auch wieder gehen. Wenn sie mir helfen, meinen Alltag zu gestalten, nehme ich sie konstruktiv auf. Es ist der mittlere Weg, der nicht das absolute Leben allein im „Jetzt“ fordert. Es ist eins der vielen Paradoxe im Leben :). Ich plane meine Zukunft und lerne aus der Vergangenheit durch Reflexion. Gleichzeitig übe ich, ganz im Augenblick präsent zu sein. Manchmal wird dieser Übungsweg von Erfahrungen, wie in diesem Beitrag, bereichert. Das sind wundervolle Geschenke, die ich dankbar annehme. Ich versuche sie nicht willentlich herbeizuführen oder einzufordern. Jeder Augenblick ist neu und hat seine eigenen Wunder :).

Die universelle Sprache des Lebens

Der Lavendel

Ganz geborgen in meinen Armen, wiege ich dich in sanfte Blüten-Träume.

Der Löwenzahn

Mut und Stärke ritterlich gegeben,

lasse ich deine Wünsche zum Himmelreich schweben.

©MHecht

Seit unserem Umzug haben wir den großen Luxus eines kleinen Gartens. Als Gartenneuling bin ich hoch motiviert, auf minimaler Fläche Heilpflanzen, Kräuter und Gemüse anzubauen. Zum Glück gibt es viele kleine Gemüsepflanzen für den Balkon oder auch den Minigarten. Zu Beginn suchte ich im Internet und in Gartenbüchern nach Informationen, wie die Pflanzen am besten zu pflegen sind und welche guten Eigenschaften sie besitzen. Aus den getrockneten Pflanzenteilen der Heilkräuter bereite ich Tee zu :). Neben den körperlich wirkenden Eigenschaften der Heilpflanzen fasziniert mich auch ihre seelische Heilkraft. Es war Zeit für eine neue Abenteuerreise, diesmal in die Welt der Pflanzen. Dort wollte ich in Verbindung mit den Pflanzen treten, um ihren individuellen (heilenden) Charakter auf seelischer Ebene zu ergründen. Zuerst kam mir der Gedanke total verrückt vor, mit „der Seele“ einer Pflanze zu kommunizieren. Bisher kenne ich nur Menschen, die zu ihren (Zimmer)Pflanzen sprechen und das finde ich auch etwas irritierend ;). Immerhin wird man seit der Neuzeit nicht mehr als Hexe verbrannt, wenn man sich intensiv mit Pflanzen und Kräutern beschäftigt ;). Das wunderschön gestaltete und mit reichlich Übungen versehende Buch von Svenja Zuther (s. Quelle) half mir als Reiseführer dabei, mich auf dieses Abenteuer einzulassen.

Als ersten „Gesprächspartner“ suchte ich mir das Gänseblümchen aus. In meinen Garten blüht es wunderschön, bis der Rasenmäher alle paar Wochen die Blümchen köpft. Meine erste Frage war, wie ich eine positive und engere Verbindung zur Natur herstellen konnte, ohne Vegetarier zu sein und auf Rasen mähen verzichten zu müssen. An einem sonnigen Tag setze ich mich in den Garten, vor ein blühendes Gänseblümchen und betrachtete es. Jedes Gänseblümchen stelle ich mir als Ausprägung einer Gänseblümchen-Seele vor (oder im indischen Deva, Gottheit). In meiner Vorstellung haben alle Gänseblümchen eine gemeinsame Ebene, auf der sie verbunden sind. In menschlichen Maßstäben wäre dies das Erklärungsmodell von C.G. Jung zum kollektiven Unbewussten, auf deren Ebene alle Menschen verbunden sind. Ich schloss die Augen und baute in meinem Inneren einen Computerbildschirm auf. Dann startete ich einen innerlichen Skype-Videochat zum Blümchen und wartete, dass eine Verbindung zustande kam. Vielleicht hatte das Gänseblümchen ja gerade Lust und Zeit zum Chatten ;). Mit interessierter Offenheit wartete ich, ob auf dem Bildschirm etwas erschien. Der Bildschirm blieb jedoch dunkel und nichts passierte. Ich beschloss erst einmal etwas zurückzugeben, bevor ich etwas erwartete und sprengte ausgiebig den trockenen Rasen.

Am nächsten Tag setze ich mich wieder zum Gänseblümchen und nach einiger Zeit baute sich tatsächlich eine Verbindung auf. Zuerst funktionierte nur das Bild, doch mit etwas Übung kam auch der Ton dazu. Die Kommunikation funktioniert vor dem inneren Auge. Mit etwas Übung spürte ich,  ob allein mein Tagesbewusstsein meine Fragen beantwortet. Die erste tiefgreifende Erkenntnis war, dass die (Mutter)Natur in liebevoller fürsorglicher Haltung mit den Menschen verbunden ist. Der Mensch schafft sich sein Heil und Unheil selbst, unabhängig davon wie sehr sein Handeln überblickt. Auch wenn der Überblick über die komplexen Zusammenhänge fehlt, ist es mir als Mensch möglich, auf der Basis des respektvollen Miteinanders zu handeln. Fleisch essen und Rasen mähen schließen sich nicht mit einer engen Verbundenheit zur Natur aus. Ich kann nach besten Gewissen hilfsbereit geben und dankbar annehmen, was mir gegeben wird. Die Zwiesprache in der Natur hilft mir dabei, meine Perspektive zu erweitern. An Tagen, in denen mein Geist nicht leer ist, kann er nicht mit neuen Einsichten gefüllt werden. Wo die Antworten genau herkommen, ist für mich nicht relevant. Wichtig ist, ob sie mir weiter helfen, heilend wirken und mir neue Perspektiven eröffnen. In diesem Sinne „back to the roots“ :).

Das Gänseblümchen

Körperliche Anwendung: Magen-Darm Infekte, gegen  Erkältungskrankheiten, gegen Hautkrankheiten -> entzündungshemmend, krampfstillend, blutreinigend

Seelische Anwendung: Hand in Hand überwinden wir, mit spielerischer Freude deine Trauer und Schmerzen. Mit fröhlicher Energie zu tiefer Harmonie.

Wo die Seele in wahrer Liebe verbunden ist, gibt es keine Traurigkeit mehr. Traurigkeit herrscht da, wo die Seele von der Liebe abgeschnitten ist. Das Gänseblümchen verbindet uns wieder mit der Lebensenergie, der glücklichen Leichtigkeit des Seins.

Übung: Deine Farbe: Suche Dir in entspannter Atmosphäre eine Farbe Deiner Wahl aus. Schließe Deine Augen.Visualisiere diese Farbe vor Deinen inneren Augen und spüre, welche Wirkung sie auf Dich hat. Visualisiere, wie die Farbe Dich ganz umgibt und durchdringt. Wie verändern sich Deine Gedanken und Gefühle? Wie fühlen sich Deine verschiedenen Körperregionen an? Lass Dich nicht von Deinen Gedanken ablenken und komme mit deiner Konzentration immer wieder auf diese Farbe zurück. Atme noch einmal tief durch und fahre dann mit Deinem Alltag fort. Viel Spaß :).


Quelle: Schamanische Rituale. Naturheilkräfte aktivieren. Autor: Svenja Zuther. Verlag: blv