Im Herzen

erblühe liebe Herzensblume

geliebter Seelenfunke erblickt

goldene Sterne des Himmelreiches

zu unseren Füßen

auf erleuchteten Wegen

 

©MHecht

Quellen:

Manfred Mohr. Mit dem Herzen segnen.

Märchen Sterntaler

Annette Kaiser. Eine Welt – Eine Menschheit – Ein Bewusstsein: Die Grundlagen einer universellen Spiritualität

 

Wer spricht?

Lass mich die Einsamkeit beenden.

Mein liebes Ich,

tritt einen Schritt zurück.

Lass mich selbst schauen

aus mir, das keine Worte hat.

In den Augen des Anderen,

sehe ich mein Lächeln

und noch so viel mehr.

 

Sie leiden so sehr,

glauben stolpernd, ohne Licht zu sehen.

Was ist mit dem Verstand geschehen?

Aus ganzem Verstand und Herzen,

nimm das Licht der inneren Kerzen!

Siehe das wir Eins sind,

dass wir mehr sind.

Im Ewigen erklingt

der Augenblick,

um zu verstehen.

Lass uns Gemeinsamkeit entsenden.

©MHecht

Ein Leuchten – Das Bad putzen

Ein Leuchten

in tiefer Stille

in unendlicher Freude

im Augenblick sein

©MHecht

Es ist Zeit das Bad zu putzen. Den ganzen Morgen habe ich deshalb schon schlechte Laune. Auch während des Putzens, grummle ich immer vor mich hin und empfinde es als Zeitverschwendung. Aber es ist meine Lebenszeit, die ich nicht verschwenden möchte. Als freier Mensch steht es mir offen, diese Zeit sinnvoll zu gestalten. Während des Putzens versuche ich dieses Mal, die geistige Haltung aus der Sitzmeditation, in die Bewegung zu übertragen. Bis jetzt war meine Konzentration und die innere Stille sofort verschwunden, wenn ich mich bewegt habe. Auch während der Meditation im Sitzen schweifte mein Geist oft ab. In dieser Meditation versuche ich meine Aufmerksamkeit ohne Unterbrechung zu halten. Sanft liegt meine Konzentration auf meinem Unterbauch, um ganz im Augenblick präsent zu sein. Langsam erhebe ich mich aus der Meditationshaltung, konzentriere mich auf meine Umwelt und halte die Präsenz sanft im Hintergrund. Ich schaue mich vorsichtig um, greife nach Schwamm und Putzeimer. langsam beginne ich das Waschbecken zu putzen. Ärger steigt in mir hoch. Mein innerer Antreiber verlangt eine höhere Geschwindigkeit, der innere Kritiker befiehlt mehr Glanz und fleckenlose Sauberkeit. Das innere Kind möchte lieber im Garten ein paar Blumen einpflanzen. Ich beobachte und lächle. Ganz sanft nicke ich anerkennend dem inneren Theater zu. Mein tiefer Atem in den Unterbauch hilft mir, ganz in der weiten liebevollen Stille, die ich aus der Meditation kenne, zu ruhen. Ich bin mehr als mein inneres Theater, ich bin mehr als meine ständig wechselnden Emotionen. Ich sehe den Schwamm und das Waschbecken und fahre mit meiner Tätigkeit fort. Die Illusion der Trennung löst sich auf. Es gibt nichts mehr zu beobachten, wenn das „Ich bin“ sich ausdehnt und zum reinen Sein wird. Alles leuchtende Sein ist in diesem Augenblick. In seiner unendlichen  lebensbejahenden Tiefe des Glücks, ganz präsent, ganz klar, ganz verbunden im liebevollen Frieden.

Als das Bad fertig geputzt ist, falle ich wieder in die Trennung von „Ich“ und „Umgebung“ zurück. Mit einem Lächeln stelle ich fest, dass putzen von mir jahrelang unterbewertet wurde ;). Ich bin wieder ganz bei meinen Gefühlen und Gedanken angekommen. Als innerer Kritiker lasse ich einen letzten Blick auf das Ergebnis schweifen: Mist! Ich habe den Spiegel vergessen. Kurz schließe ich voller Mitgefühl die Augen. Der Ärger löst sich auf. Meine Aufmerksamkeit folgt dem Atem in meinen Unterbauch. Nachdem sich das präsente Körpergefühl wieder eingestellt hat, öffne ich vorsichtig die Augen und versuche es sanft im Hintergrund zu halten. Als ich aus dem Bad gehe werde ich plötzlich ganz mein innerer Antreiber, der noch schnell das Mittagessen bis 12:00 Uhr fertig kochen möchte.

Mein lebenslanger Übungsweg hat zum Ziel, dass ich ganz präsent in mir ruhen kann, während ich meinen Alltag lebe. Die Gedanken um Zukunft und Vergangenheit nehme ich wahr und lasse sie auch wieder gehen. Wenn sie mir helfen, meinen Alltag zu gestalten, nehme ich sie konstruktiv auf. Es ist der mittlere Weg, der nicht das absolute Leben allein im „Jetzt“ fordert. Es ist eins der vielen Paradoxe im Leben :). Ich plane meine Zukunft und lerne aus der Vergangenheit durch Reflexion. Gleichzeitig übe ich, ganz im Augenblick präsent zu sein. Manchmal wird dieser Übungsweg von Erfahrungen, wie in diesem Beitrag, bereichert. Das sind wundervolle Geschenke, die ich dankbar annehme. Ich versuche sie nicht willentlich herbeizuführen oder einzufordern. Jeder Augenblick ist neu und hat seine eigenen Wunder :).

Die universelle Sprache des Lebens

Der Lavendel

Ganz geborgen in meinen Armen, wiege ich dich in sanfte Blüten-Träume.

Der Löwenzahn

Mut und Stärke ritterlich gegeben,

lasse ich deine Wünsche zum Himmelreich schweben.

©MHecht

Seit unserem Umzug haben wir den großen Luxus eines kleinen Gartens. Als Gartenneuling bin ich hoch motiviert, auf minimaler Fläche Heilpflanzen, Kräuter und Gemüse anzubauen. Zum Glück gibt es viele kleine Gemüsepflanzen für den Balkon oder auch den Minigarten. Zu Beginn suchte ich im Internet und in Gartenbüchern nach Informationen, wie die Pflanzen am besten zu pflegen sind und welche guten Eigenschaften sie besitzen. Aus den getrockneten Pflanzenteilen der Heilkräuter bereite ich Tee zu :). Neben den körperlich wirkenden Eigenschaften der Heilpflanzen fasziniert mich auch ihre seelische Heilkraft. Es war Zeit für eine neue Abenteuerreise, diesmal in die Welt der Pflanzen. Dort wollte ich in Verbindung mit den Pflanzen treten, um ihren individuellen (heilenden) Charakter auf seelischer Ebene zu ergründen. Zuerst kam mir der Gedanke total verrückt vor, mit „der Seele“ einer Pflanze zu kommunizieren. Bisher kenne ich nur Menschen, die zu ihren (Zimmer)Pflanzen sprechen und das finde ich auch etwas irritierend ;). Immerhin wird man seit der Neuzeit nicht mehr als Hexe verbrannt, wenn man sich intensiv mit Pflanzen und Kräutern beschäftigt ;). Das wunderschön gestaltete und mit reichlich Übungen versehende Buch von Svenja Zuther (s. Quelle) half mir als Reiseführer dabei, mich auf dieses Abenteuer einzulassen.

Als ersten „Gesprächspartner“ suchte ich mir das Gänseblümchen aus. In meinen Garten blüht es wunderschön, bis der Rasenmäher alle paar Wochen die Blümchen köpft. Meine erste Frage war, wie ich eine positive und engere Verbindung zur Natur herstellen konnte, ohne Vegetarier zu sein und auf Rasen mähen verzichten zu müssen. An einem sonnigen Tag setze ich mich in den Garten, vor ein blühendes Gänseblümchen und betrachtete es. Jedes Gänseblümchen stelle ich mir als Ausprägung einer Gänseblümchen-Seele vor (oder im indischen Deva, Gottheit). In meiner Vorstellung haben alle Gänseblümchen eine gemeinsame Ebene, auf der sie verbunden sind. In menschlichen Maßstäben wäre dies das Erklärungsmodell von C.G. Jung zum kollektiven Unbewussten, auf deren Ebene alle Menschen verbunden sind. Ich schloss die Augen und baute in meinem Inneren einen Computerbildschirm auf. Dann startete ich einen innerlichen Skype-Videochat zum Blümchen und wartete, dass eine Verbindung zustande kam. Vielleicht hatte das Gänseblümchen ja gerade Lust und Zeit zum Chatten ;). Mit interessierter Offenheit wartete ich, ob auf dem Bildschirm etwas erschien. Der Bildschirm blieb jedoch dunkel und nichts passierte. Ich beschloss erst einmal etwas zurückzugeben, bevor ich etwas erwartete und sprengte ausgiebig den trockenen Rasen.

Am nächsten Tag setze ich mich wieder zum Gänseblümchen und nach einiger Zeit baute sich tatsächlich eine Verbindung auf. Zuerst funktionierte nur das Bild, doch mit etwas Übung kam auch der Ton dazu. Die Kommunikation funktioniert vor dem inneren Auge. Mit etwas Übung spürte ich,  ob allein mein Tagesbewusstsein meine Fragen beantwortet. Die erste tiefgreifende Erkenntnis war, dass die (Mutter)Natur in liebevoller fürsorglicher Haltung mit den Menschen verbunden ist. Der Mensch schafft sich sein Heil und Unheil selbst, unabhängig davon wie sehr sein Handeln überblickt. Auch wenn der Überblick über die komplexen Zusammenhänge fehlt, ist es mir als Mensch möglich, auf der Basis des respektvollen Miteinanders zu handeln. Fleisch essen und Rasen mähen schließen sich nicht mit einer engen Verbundenheit zur Natur aus. Ich kann nach besten Gewissen hilfsbereit geben und dankbar annehmen, was mir gegeben wird. Die Zwiesprache in der Natur hilft mir dabei, meine Perspektive zu erweitern. An Tagen, in denen mein Geist nicht leer ist, kann er nicht mit neuen Einsichten gefüllt werden. Wo die Antworten genau herkommen, ist für mich nicht relevant. Wichtig ist, ob sie mir weiter helfen, heilend wirken und mir neue Perspektiven eröffnen. In diesem Sinne „back to the roots“ :).

Das Gänseblümchen

Körperliche Anwendung: Magen-Darm Infekte, gegen  Erkältungskrankheiten, gegen Hautkrankheiten -> entzündungshemmend, krampfstillend, blutreinigend

Seelische Anwendung: Hand in Hand überwinden wir, mit spielerischer Freude deine Trauer und Schmerzen. Mit fröhlicher Energie zu tiefer Harmonie.

Wo die Seele in wahrer Liebe verbunden ist, gibt es keine Traurigkeit mehr. Traurigkeit herrscht da, wo die Seele von der Liebe abgeschnitten ist. Das Gänseblümchen verbindet uns wieder mit der Lebensenergie, der glücklichen Leichtigkeit des Seins.

Übung: Deine Farbe: Suche Dir in entspannter Atmosphäre eine Farbe Deiner Wahl aus. Schließe Deine Augen.Visualisiere diese Farbe vor Deinen inneren Augen und spüre, welche Wirkung sie auf Dich hat. Visualisiere, wie die Farbe Dich ganz umgibt und durchdringt. Wie verändern sich Deine Gedanken und Gefühle? Wie fühlen sich Deine verschiedenen Körperregionen an? Lass Dich nicht von Deinen Gedanken ablenken und komme mit deiner Konzentration immer wieder auf diese Farbe zurück. Atme noch einmal tief durch und fahre dann mit Deinem Alltag fort. Viel Spaß :).


Quelle: Schamanische Rituale. Naturheilkräfte aktivieren. Autor: Svenja Zuther. Verlag: blv

 

Die Magie des Augenblicks

An eine Kirschblüte

Kaum habe ich deine Schönheit gesehen,

weiß ich, auch das wird schnell vergehen.

Warum musst du überhaupt entstehen,

wenn es so schmerzt dich zu sehen?

 

An meinen Bewunderer

Kurzsichtiger Mensch, der du bist,

so gesehen erscheint dein Leben trist.

Bald werde ich ohne Gestalt sein,

denn in deinem Herzen bin ich daheim.

Öffne dein großes Herz,

dann vergeht der weltliche Schmerz.

In deinem herrlichen Garten,

werde ich dich still erwarten.

Wahre Freude sende ich aus,

vertraue dir selbst und geh nach Haus!

©MHecht

Was will ich mit meiner Zeit anfangen, die mir zur Verfügung steht? Je mehr mir die Endlichkeit des Lebens bewusst wird, desto wichtiger wird der Augenblick. Wie sinnvoll verbringe ich mein Leben? In Gedanken versunken erledige ich meine Arbeit und den Haushalt, verbringe schöne Zeit mit meiner Familie, lese ab und zu ein Buch und treibe etwas Sport. Am Abend hänge ich dann erschöpft vor dem Fernseher. Diese Aufteilung hat mir eine Zeit lang gut gefallen. Tief in mir wurde mir immer bewusster, das ich „das Leben“ verpasse. Die Abenteuerreise dieses Beitrages beginnt JETZT. In diesem Augenblick, wenn ich aus dem Autopiloten des täglichen Lebens aussteige und die Kraft meiner Gedanken im Augenblick zentriere. Die bewusst gebündelte Kraft macht die Magie des Augenblicks aus. In ihm wohnt die Macht der Veränderung. Statt meine ganze Kraft auf die verschiedenen Aktivitäten und meinen geliebten Freizeitstress zu verteilen, übe ich mich jetzt darin die Energie zu bündeln und gezielt einzusetzen. Mein Ziel: alle Aktivitäten so zu verbinden, dass sie sich sinnvoll ergänzen, statt zu konkurrieren. Mein tiefes Vertrauen, dass alles seine Zeit hat, hilft mir ganz im Hier und Jetzt anzukommen. Als Symbol dient mir das indianische Medizinrad. In der Mitte ist alles ausbalanciert. Die verschiedenen Einflüsse, von allen Seiten verbinden sich in der Mitte und ermöglichen ein gesundes und erfülltes Leben. Wenn ich eine Tätigkeit ausführe, mit den Gedanken aber bereits in der Zukunft oder Vergangenheit bin, ist das Gleichgewicht gestört. Ich bin nicht mehr in meiner Mitte. Die magische Kraft des Augenblicks steht mir nicht zur Verfügung. Als Folge lasse ich mich schnell von meinen Gefühlen überrollen und kann die freie Zeit manchmal mit meinen Lieben nicht genießen.

Um die enge Verbindung zu meinen Gedanken zu lösen, übe ich mich im achtsamen Schauen. Dazu nehme ich meinen Körper wahr, bin mir aber bewusst, das ich nicht nur mein Körper bin. Ich nehme meine Gefühle wahr, bin mir aber bewusst, dass ich mehr als meine Gefühle bin. Mir hilft es, die Aufmerksamkeit auf meinen Unterbauch zu lenken, um innerlich ruhig und gleichzeitig nach außen präsent zu sein. Mit diesem kleinen Ritual aktiviere ich den inneren Zeugen. Er sieht die Gefühle, aber hat eine gesunde Distanz zu ihnen. Er nimmt alles wahr, aber bewertet nicht. Es darf alles sein, wie es gerade ist. Der innere Zeuge ruht selbst in liebevoller Aufmerksamkeit. Er urteilt nicht und ist daher mit allem verbunden: Dem prallen Leben, dem Urgrund allen Seins. Die Illusion der Trennung wird durch Urteile geschaffen. Ich strebe keinen leeren Geist oder die Überwindung von Gefühlen an. Für innere Heilung und ein gesundes Sein ist es wichtig, die Illusionen mit liebevoller Aufmerksamkeit zu durchschauen. Im Lichte der Achtsamkeit dürfen die Gefühle und Wahrnehmungen kommen und gehen. Auch wenn ich immer wieder aus dieser Art des Sehens „herausfalle“: Sobald ich mich wieder an den inneren Zeugen erinnere, kann ich weiter üben :).

Um die Achtsamkeit weiter zu schulen ist mir eine ganzheitliche Lebenspraxis wichtig. Sie umfasst den Geist, den Verstand, den Körper und auch den Bereich des Schattens (verdrängtes). Durch die Bearbeitung von Schattenthemen (z.B. durch die Quellen unten im Beitrag), lerne ich mich selbst besser kennen. Dies wirkt sich positiv auf den Umgang mit meinen Mitmenschen aus, denen ich selbstbestimmter und mit mehr Verständnis begegnen kann. Beim Gestalten meiner Lebenspraxis kommt es mir nicht auf Perfektion oder einen „durch getakteten “ Übungsplan an. Ich bin weiterhin offen und flexibel für den Moment, der natürlich auch chillen vor dem Fernseher beinhaltet. Die Übungen habe ich nach Schwerpunkt geordnet und nach Möglichkeit miteinander verbunden. Zum Beispiel führe ich ein paar Chi Gong Übungen aus und behalte die achtsame meditative Haltung für die folgenden Liegestützen und sit ups etc. bei. Das Training beende ich mit einer kurzen Sitzmeditation. Zu Beginn war es für mich sehr anstrengend, immer wieder zum inneren Zeugen zurückzukehren, da mein Verstand sehr schläfrig darauf reagierte. Gerade am Anfang hatte ich das Gefühl manchmal verträumter als vorher zu sein und war ziemlich entmutigt. Schließlich nahm ich mir vor, jeden Tag und jeden Augenblick neu zu beginnen. Es gibt immer mal Tage, an denen ich die Augenblicke an mir vorbei fliegen sehe und versuche ihnen hinterher zu laufen. Sobald ich stehen bleibe und ihnen lächelnd hinterher winke, kann ich den inneren Zeugen wieder aktivieren. Vielleicht nehme ich dann zuerst den großen Ärger wahr und wie sich der Ärger durch körperliche Symptome ausdrückt: verkrampfte Gesichtsmuskeln, angespannte Schultern…Die liebevolle Aufmerksamkeit hilft mir in diesen Augenblicken dabei, eine gesunde Distanz zu flüchtigen Gefühle und Wahrnehmungen zu schaffen und loszulassen. So kann ich mich wieder für die Fülle des Augenblicks, für die Fülle des Lebens entscheiden.

Ein Augenblick, für die magische Kraft der Veränderung.

Ein Augenblick, in dem die Farben heller werden.

Ein Augenblick in dem die Töne klangvoller sind.

Ein Augenblick, um die innere Heilung zu aktivieren.

Ein Augenblick, um die tiefe Verbundenheit (göttliche Liebe) zu spüren.

Ein Augenblick, um den Leben einen tiefen umfassenden Sinn zu verleihen.

Übung: Das Leben spüren: Konzentriere deine ganze Aufmerksamkeit auf ein Objekt Deiner Wahl: Das kann z.B. eine Blume oder ein Bild sein. Schaue genau hin, ohne zu verkrampfen. Welche Farben siehst du? Wie fühlt sich die Luft zwischen dem Objekt und Dir an? Wie ist die Temperatur auf deiner Haut während du das Objekt betrachtest? Welche Töne hörst Du? Was riechst Du? Dann wechsle gedanklich die Perspektive und schaue aus der Sicht des Objektes zu Dir. Wie sieht es Dich? Wer bist du? Wer ist ich? Wo herrscht Trennung? Wo Verbundenheit?

Nimm Dir ein paar Minuten Zeit für diese Übung und bewerte die Ergebnisse nicht. Es gibt bei dieser Übung kein „richtig“ und kein „falsch“. Viel Spaß  🙂


Quellen (Die meisten Inhalte der Bücher inspirieren mich. Die Ansichten der Autoren sollte jeder selber für sich prüfen 😉 ):

1.) THEKI – ENTWICKLE DICH! Der Schlüssel zum Bewusstsein. Autor: Sandra Weber. Verlag: Scorpio

2.) Integrale Lebenspraxis: körperliche Gesundheit, emotionale Balance, geistige Klarheit, spirituelles Erwachen. Autor: Ken Wilber u.a. Verlag: Kösel

3.) Open Hands: Grundlagen und Praxis des Handauflegens. Autor: Anne Höfler. Verlag: KNAUR MENSSANA

Alle Macht kommt von Innen

Wenn die Mitglieder sich bekriegen,

wird allein die Krankheit siegen.

Liebe weiß heilend zu verbinden,

wirkliches Lebensglück zu finden.

Wird der Chor im Einklang singen?

Lasse die Harmonie erklingen!

 ©MHecht

Wer spricht eigentlich, wenn eine Stimme in mir sagt, dass sie Entspannung braucht und eine andere, dass die Küche noch aufgeräumt werden muss? Ich bin es leid, dass mich meine Gedanken beherrschen. Ich möchte nicht nur mehr im Einklang mit mir selbst sein, sondern genauer verstehen, wie meine Persönlichkeit aufgebaut ist. Wenn das „Ich“ als System gut funktioniert, ist das der Schlüssel zu mehr Lebensglück und gesünderen Verhalten. Bei dieser Abenteuerreise geht es nicht um totale Kontrolle. Die mitfühlende Erkundung der eigenen Licht- und Schattenseiten im Inneren, führt auch zu verständnisvolleren Haltung gegenüber meinen Mitmenschen. Auf meiner Abenteuerreise werde ich mir die Akteure meines „Ichs“ genauer ansehen. Im Disney Film „Alles steht Kopf“ sitzen die Gefühle am Kontrollhebel. In der Realität gibt es zum Glück, mit Hilfe der Achtsamkeit, noch eine andere Kontrollinstanz. Luise Reddemann nennt sie den „Inneren Beobachter“, Roberto Assagioli „den Dirigenten“, je nach psychologischer Schule hat sie viele Namen. Die Kontrollinstanz sollte authentisch sein, mit Kompetenz und mitfühlende Haltung vorgehen, wie alle guten Chefs. Alle unterschiedlichen Bedürfnisse der Chormitglieder müssen zu einem größtmöglichen Kompromiss zusammenführt werden. Erklingt die Symphonie in völliger Harmonie, ist für diesen Moment die Arbeit des Dirigenten erfolgreich. Wie im Inneren, so im Außen ;).

Also Augen zu und Spot on: Die innere Bühne erstrahlt im Licht der Aufmerksamkeit. Als Hilfestellung stelle ich mir das Bild eines kleinen Dirigenten vor, der die Bühne betritt. Im selben Moment eilt der Manager mit einer langen Liste in der Hand auf die Bühne. Abwechselnd deutet er auf seine Uhr und die vielen Aufgaben auf dem Papier. Ein kleiner Angsthase hoppelt nervös um ihn herum und hält sich an der Uhr des Managers fest. Die anderen Chormitglieder und Musiker stehen im Hintergrund passiv herum und warten auf ihren Einsatz. Der Dirigent rauft sich die Haare, kein Wunder, dass es mir schwer fällt mal in Ruhe zu entspannen, bei dem Chaos. Als erstes versuche ich mit Hilfe des Dirigenten Ordnung in das Orchester bringen. Jeder soll seiner Aufgabe entsprechend den richtigen Platz einnehmen. Der Manager stört diesen Prozess immer wieder, schiebt die Musiker hin und her und verursacht noch mehr Chaos. So funktioniert es anscheinend nicht. Wie war das damals in der Schule? Der Lehrer zieht den größten Störenfried zum Einzelgespräch heraus, damit sich die restlichen Schüler neu ordnen können. „Manager! Ab ins Büro, zur Besprechung mit dem Chef! Angsthase such dir einen Platz im Chor!“ Um mit dem Manager in Ruhe zu reden nutze ich eine Übung aus der Gestalttherapie.

Ich öffne die Augen und hole zwei Stühle, die ich gegenüberstelle. Dann nehme ich zuerst auf dem Stuhl des Dirigenten Platz. Ich habe gesehen, was der Manager will (möglichst viele Aufgaben in wenig Zeit erledigen) und frage den Manager was er wirklich braucht. Dann wechsle ich die Plätze. Der Manager beharrt darauf, dass man nur erfolgreich sein kann, wenn hohe Ziele gesteckt und diese in kurzer Zeit mit voller Energie verfolgt werden. Früher war dieser Grundsatz für mich wichtig, doch heute ist mir meine Gesundheit wichtiger. Wenn ich das Verhalten nicht ändere, macht es mich krank. Eigentlich sehnt sich der Manager danach, auf einer Hollywood – Schaukel die Wolken zu beobachten. Ich gehe mit ihm aus dem Büro des Dirigenten und richte ihm einen inneren Raum nach seinen Wünschen ein. Erleichtert kann der Manager zur Ruhe kommen. Ich frage ihn, welche Lücke er mit ausfüllt? Wenn die Balance fehlt, ist ein Teil des Ichs völlig passiv. Ich lasse mich von ihm in einen Keller führen. Dort treffen wir mein inneres Kind (das ich durch andere Übungen bereits kenne s.u. Quelle). Es hat einen schweren Rucksack auf, lässt die Arme hängen und sagt.“ Ich kann das gar nicht alles schaffen!“ Der Manager hat das innere Kind hierher verbannt, weil es mit seinen Träumen die Produktivität gehemmt hat. Ich überzeuge es, dass wir kommen sind, um zu helfen und ihm eine Stimme zu verleihen. Gemeinsam nehmen wir den Rucksack ab und führen es nach oben in den Chorraum. Dort angekommen lässt das innere Kind seinen ganzen Frust aus und fängt an zu toben und zu schreien. Es darf sich ganz ausleben. Nachdem es sich beruhigt hat, setze ich den Manager für seine Interessen ein, um die Teamarbeit zu fördern. Das innere Kind nimmt Hand in Hand zwischen den inneren Eltern im Chor seinen Platz ein. Der Dirigent hebt den Taktstock und auf sein Zeichen erklingt eine wundervolle Symphonie. Im Solo des inneren Kindes dürfen die Töne wie bunte Seifenblasen langsam in den Himmel steigen. Erleichtert öffne ich die Augen. Das war harte Arbeit aber die innere Symphonie klingt noch sanft nach, während ich mich wieder meinem Alltag widme.

Übung: Wer spricht? Im Alltag halte ich immer mal wieder innerlich an, lenke den Spot meiner Aufmerksamkeit nach innen und schaue: Wer spricht dort und braucht der Akteur vielleicht etwas ganz anderes als das, was er möchte?


Quellen:

Imagination als heilsame Kraft: Luise Reddemann

Versöhnung mit dem inneren Kind: Thich Nhat Hanh

Den Dämonen Nahrung geben: Tsültrim Allione