Herbstlicht

Der Meister des Waldes

erblickt in Deinem Herzen

das Licht der Welt

 ©MHecht

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Alle Macht kommt von Innen

Wenn die Mitglieder sich bekriegen,

wird allein die Krankheit siegen.

Liebe weiß heilend zu verbinden,

wirkliches Lebensglück zu finden.

Wird der Chor im Einklang singen?

Lasse die Harmonie erklingen!

 ©MHecht

Wer spricht eigentlich, wenn eine Stimme in mir sagt, dass sie Entspannung braucht und eine andere, dass die Küche noch aufgeräumt werden muss? Ich bin es leid, dass mich meine Gedanken beherrschen. Ich möchte nicht nur mehr im Einklang mit mir selbst sein, sondern genauer verstehen, wie meine Persönlichkeit aufgebaut ist. Wenn das „Ich“ als System gut funktioniert, ist das der Schlüssel zu mehr Lebensglück und gesünderen Verhalten. Bei dieser Abenteuerreise geht es nicht um totale Kontrolle. Die mitfühlende Erkundung der eigenen Licht- und Schattenseiten im Inneren, führt auch zu verständnisvolleren Haltung gegenüber meinen Mitmenschen. Auf meiner Abenteuerreise werde ich mir die Akteure meines „Ichs“ genauer ansehen. Im Disney Film „Alles steht Kopf“ sitzen die Gefühle am Kontrollhebel. In der Realität gibt es zum Glück, mit Hilfe der Achtsamkeit, noch eine andere Kontrollinstanz. Luise Reddemann nennt sie den „Inneren Beobachter“, Roberto Assagioli „den Dirigenten“, je nach psychologischer Schule hat sie viele Namen. Die Kontrollinstanz sollte authentisch sein, mit Kompetenz und mitfühlende Haltung vorgehen, wie alle guten Chefs. Alle unterschiedlichen Bedürfnisse der Chormitglieder müssen zu einem größtmöglichen Kompromiss zusammenführt werden. Erklingt die Symphonie in völliger Harmonie, ist für diesen Moment die Arbeit des Dirigenten erfolgreich. Wie im Inneren, so im Außen ;).

Also Augen zu und Spot on: Die innere Bühne erstrahlt im Licht der Aufmerksamkeit. Als Hilfestellung stelle ich mir das Bild eines kleinen Dirigenten vor, der die Bühne betritt. Im selben Moment eilt der Manager mit einer langen Liste in der Hand auf die Bühne. Abwechselnd deutet er auf seine Uhr und die vielen Aufgaben auf dem Papier. Ein kleiner Angsthase hoppelt nervös um ihn herum und hält sich an der Uhr des Managers fest. Die anderen Chormitglieder und Musiker stehen im Hintergrund passiv herum und warten auf ihren Einsatz. Der Dirigent rauft sich die Haare, kein Wunder, dass es mir schwer fällt mal in Ruhe zu entspannen, bei dem Chaos. Als erstes versuche ich mit Hilfe des Dirigenten Ordnung in das Orchester bringen. Jeder soll seiner Aufgabe entsprechend den richtigen Platz einnehmen. Der Manager stört diesen Prozess immer wieder, schiebt die Musiker hin und her und verursacht noch mehr Chaos. So funktioniert es anscheinend nicht. Wie war das damals in der Schule? Der Lehrer zieht den größten Störenfried zum Einzelgespräch heraus, damit sich die restlichen Schüler neu ordnen können. „Manager! Ab ins Büro, zur Besprechung mit dem Chef! Angsthase such dir einen Platz im Chor!“ Um mit dem Manager in Ruhe zu reden nutze ich eine Übung aus der Gestalttherapie.

Ich öffne die Augen und hole zwei Stühle, die ich gegenüberstelle. Dann nehme ich zuerst auf dem Stuhl des Dirigenten Platz. Ich habe gesehen, was der Manager will (möglichst viele Aufgaben in wenig Zeit erledigen) und frage den Manager was er wirklich braucht. Dann wechsle ich die Plätze. Der Manager beharrt darauf, dass man nur erfolgreich sein kann, wenn hohe Ziele gesteckt und diese in kurzer Zeit mit voller Energie verfolgt werden. Früher war dieser Grundsatz für mich wichtig, doch heute ist mir meine Gesundheit wichtiger. Wenn ich das Verhalten nicht ändere, macht es mich krank. Eigentlich sehnt sich der Manager danach, auf einer Hollywood – Schaukel die Wolken zu beobachten. Ich gehe mit ihm aus dem Büro des Dirigenten und richte ihm einen inneren Raum nach seinen Wünschen ein. Erleichtert kann der Manager zur Ruhe kommen. Ich frage ihn, welche Lücke er mit ausfüllt? Wenn die Balance fehlt, ist ein Teil des Ichs völlig passiv. Ich lasse mich von ihm in einen Keller führen. Dort treffen wir mein inneres Kind (das ich durch andere Übungen bereits kenne s.u. Quelle). Es hat einen schweren Rucksack auf, lässt die Arme hängen und sagt.“ Ich kann das gar nicht alles schaffen!“ Der Manager hat das innere Kind hierher verbannt, weil es mit seinen Träumen die Produktivität gehemmt hat. Ich überzeuge es, dass wir kommen sind, um zu helfen und ihm eine Stimme zu verleihen. Gemeinsam nehmen wir den Rucksack ab und führen es nach oben in den Chorraum. Dort angekommen lässt das innere Kind seinen ganzen Frust aus und fängt an zu toben und zu schreien. Es darf sich ganz ausleben. Nachdem es sich beruhigt hat, setze ich den Manager für seine Interessen ein, um die Teamarbeit zu fördern. Das innere Kind nimmt Hand in Hand zwischen den inneren Eltern im Chor seinen Platz ein. Der Dirigent hebt den Taktstock und auf sein Zeichen erklingt eine wundervolle Symphonie. Im Solo des inneren Kindes dürfen die Töne wie bunte Seifenblasen langsam in den Himmel steigen. Erleichtert öffne ich die Augen. Das war harte Arbeit aber die innere Symphonie klingt noch sanft nach, während ich mich wieder meinem Alltag widme.

Übung: Wer spricht? Im Alltag halte ich immer mal wieder innerlich an, lenke den Spot meiner Aufmerksamkeit nach innen und schaue: Wer spricht dort und braucht der Akteur vielleicht etwas ganz anderes als das, was er möchte?


Quellen:

Imagination als heilsame Kraft: Luise Reddemann

Versöhnung mit dem inneren Kind: Thich Nhat Hanh

Den Dämonen Nahrung geben: Tsültrim Allione

 

Die Reise zur inneren Stimme

Weisheit

Weisheit: Sie wartet

Mit Liebe gewichtet

Zur Erde gesandt

Zum Himmel gerichtet

 

Wirst Du es sein?

Goldener Schein?

Sonne ist Dein und lacht

Woraus wird Feuer gemacht?

 

Weisheit: Sie wartet

Es reicht zu warten

Um unterzugehen

Im Dunklen dann

Die Weisheit gesehen

Bereit zum Auferstehen.

©MHecht

Schluss mit orientierungslosen Energie-Hopping! Der Stromanbieter-Wechsel zum Ende des Jahres kann aus finanziellen Gründen sinnvoll sein. Im spirituellen Bereich verwirrte mich die verstandsorientierte Suche nach neuen Impulsen immer mehr. Immer neue Bücher und neue Impulse ohne Orientierung oder roten Faden. Es war Zeit für eine neue Reise. Diesmal zu meiner inneren Stimme. Ziel der Reise war eine verlässliche Orientierung bei meiner weiteren spirituellen Entwicklung.

Als erstes stellte ich mir einen Reiseführer zusammen. Das nächste Problem: Welche Methode sollte ich als Reiseführer nutzen: Schamanisches Reisen? Fantasiereisen? Imagination? Meditation? Kontemplation? Focusing (nach Eugene T. Gendlin) ? Sufi Tanz? Gebet? Kreatives Schreiben? Malen? Musik? Immerhin wusste ich, dass ich am ehesten Erfolg haben würde, wenn die Methode meinen kulturellen Wurzeln entspricht, damit ich die Technik und das Weltbild verstehen konnte. Wichtig war mir, diese Abenteuerreise nicht in einem Kloster oder Ashram etc. zu unternehmen, sondern Zuhause im Alltag. Die Methode sollte so vertrauenserweckend sein, dass ich mich darauf einlassen kann. Für meinen Verstand fügte ich noch eine logische Erklärung des Ganzen hinzu: Ich beschloß das Ziel meiner Reise auf den Archetyp der inneren Lehrerin auszurichten. Der Schweizer Psychologen C.G. Jung hatte sich mit der Theorie der Archetypen beschäftigt. Was sind Archetypen? Als ersten Schritt legte ich mich auf mein Sofa, konzentrierte mich auf meinen Atem und „reiste“ mit ihm in mein Inneres. Dort schuf ich mir einen inneren Ort der Entspannung (siehe Übung unten). Die Übung war so schön erholsam, dass ich einschlief und erst eine Stunde später wieder erwachte :).

Im Laufe der folgenden Tage unternahm ich immer wieder die Reise zu diesem Ort, um meine innere Lehrerin kennen zu lernen. Ich unternahm einige Versuche die Innere Lehrerin zu rufen oder auch zu suchen – aber alles erfolglos. Schließlich nutze ich die Imagination des sicheren Ortes nur noch, um mich zu entspannen. Meine Aufmerksamkeit machte es an manchen Tagen unmöglich, nicht immer wieder aus der Imagination heraus zu fallen und Probleme zu wälzen. Eines Tages, während der Entspannungsübung überraschte mich mein Unterbewusstsein. Es war alles wunderbar friedlich in meinem inneren Ort: Ich saß an einem kleinen Fluß, an einem warmen Baumstamm gelehnt. Die Sonne schien und die Vögel zwitscherten. Eine freundliche alte Frau kam zu mir und sie setzte sich einfach dazu: völlig unspektakulär. Neue Erkenntnis: Es reichte einfach zu warten 🙂 … Eine offene interessierte Haltung ist auch hilfreich ;): Das war faszinierend. Völlig überrascht  habe ich sie zunächst nur betrachtet und mich nicht getraut „sie“ anzusprechen. In der nächsten Imagination saß die alte freundliche Frau bereits wieder meditierend unter dem Baum. Auch sie wartete, bis ich mich traute sie anzusprechen. Ich sprach zu ihr, in dem ich mir eine Comic-Sprechblase vorstellte, mit der Frage, ob sie meine innere Stimme repräsentiert. Als sie , ich ihr die Hand. Es war ein wunderschönes Gefühl. Ein tiefes Glück Zuhause zu sein. Seit dem Augenblick habe ich neben dem Verstand eine weitere Orientierung, wenn ich zu neuen Heldenreisen aufbreche. Das bedeutet nicht, das wir nicht manchmal aneinander vorbei reden, da sie in Bildern des Unterbewusstseins spricht und ich es meist mit Logik versuche 😉 Das Ziel meiner Reise war jedoch erreicht: Orientierungsloses Energiehopping gehörte der Vergangenheit an. Unten habe ich Dir diese Übung in kurzer Form eingefügt. Du kannst sie Übung so ergänzen, wie es Dir richtig erscheint, um Kontakt mit deiner inneren Stimme auf zu nehmen. Führst Du Deine Imagination mit einer bestimmten Intention aus, dann wird Dein Unterbewusstsein auch antworten. Die Übung des sicheren Ortes gibt es in unterschiedlichen „Schulen“ (z.B. Schamanische Reise oder moderner Fantasiereisen (z.B. auch in diversen Variationen bei Youtube)

Übung „Deine innere Oase der Entspannung“: Lege Dich entspannt hin. Schließe die Augen. Atme tief ein und lasse alle Anspannung mit Deinem Atem durch Deine Füße in den Boden herausfließen. Dann atme normal weiter. Konzentriere Dich auf deine Bauchdecke, wie sie sich vom Atmen hebt und senkt. Fühle wie die Sonnenstrahlen Deinen Bauch immer mehr erwärmen. Reise nun mit diesen Sonnenstrahlen in dein Inneres. Wenn Du dort angekommen bist, stehe auf und schaue dich um. Du stehst auf einer bunten Wiese. WIe möchtest du deine Oase der Entspannung gestalten? Du hast die Macht alles so mühelos um zu gestalten, wie es für Dich richtig ist. Ist die Oase drinnen oder  draußen? Welche Materialien benutzt Du? Welche Farben siehst Du? Wenn Du alles zu Deiner Zufriedenheit eingerichtet hast: Lasse Dich entspannt nieder und genieße!

Hinweis: Sollten in der Imagination Probleme auftauchen, die Dich überfordern, brich sie einfach ab und frage Experten um Rat!  Ein Buchtipp zu psychologischen Problemen bei Imaginationen (nur wenn Du seelisch stabil bist, sonst geh lieber zu einem Psychologen, Heilpraktier….): Im Klett- Cotta Verlag erschienen: Imagination als heilsame Kraft. Autor: Luise Reddemann