Die Energie des Antriebs

In kreativen Prozessen wird das Ergebnis meiner Arbeit zum Teil von den Energien beseelt, die ich hinein fließen lasse. Diese Energien folgen meiner Aufmerksamkeit. Wenn ich hoch motiviert ein besonders leckeres Gericht kochen möchte, fließt die Energie meiner liebevollen Aufmerksamkeit in den kreativen Kochprozess. Manchmal führt dies jedoch nicht zum gewünschten Ergebnis. Warum ist das so? Welchen Einfluss übersehe ich, dass an diesem Tag das liebevoll gekochte Essen, der sorgfältig gewebte Schal, die sorgsam verrichtete Arbeit im Büro, in einem empfundenen Desaster endet? Ein wesentlicher Aspekt könnte die Energie des Antriebs sein. Diese ursprüngliche, meist unbewusste Energie, scheint einen großen Einfluss auf das Gesamtergebnis zu haben. Wenn mein unbewusstes Gefühl der Angst, die Energie meines Antriebs ist, kann ich mit noch so viel liebevoller Aufmerksamkeit mein Tun beschenken, die innere Verkrampfung der Angst, negativiert mein Ergebnis. Eine ängstliche Antriebsenergie wirkt sich häufig blockierend aus. Sie steht im inneren Konflikt mit dem kreativen Prozess, sodass viel Kraft aufgewendet werden muss, um zu einem Ergebnis zu kommen. Im Gegensatz dazu beinhaltet die Antriebsenergie der Freude, mit liebevoller Aufmerksamkeit ausgeführt, ein großes magisches Potential. Für mich bedeutet das: Ist das Ergebnis nicht wie gewünscht, hinterfrage ich meine Antriebsenergie, um an dieser menschlichen Erfahrung zu wachsen. Interessante Antriebsenergien sind auch sogenannte „Helfersyndrome“ oder „Missionierungssyndrome“ (auch in esotherischen Kreisen) . Hier finde ich es besonders spannend zu ergründen, welche Antriebsenergie wirklich dahinter steckt. Wichtige Hinweise sind die Gefühle und die empfundene Energieaufwendung, die sich beim Betrachten des Ergebnisses einstellen. Das Ergebnis ist wie ein Spiegel meines unbewussten und bewussten Selbst. Es reflektiert alle Energie, mit der es gestaltet wurde. Blicke ich in den Spiegel meines Ergebnisses, kann ich dementsprechend auch meine unbewussten Energien erkennen. Auch wenn es manchmal schwer zu ertragen ist, was diese Spiegelbilder zeigen, reichen sie uns doch immer die Hand, um konstruktiv mit ihnen umzugehen.

Im Alltag heißt das jedoch nicht, dass ich alles hinterfrage und versuche bei allen Tätigkeiten meinen eigentlichen Antrieb zu überprüfen (das wäre ein Angstantrieb). Wenn mein Tun auf einmal sehr anstrengend wird, wenn es nicht so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe, dann halte ich kurz inne und frage nach innen: Du liebes Selbst? Steig kurz vom Hamsterrad. Wir überprüfen den Antrieb.

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