Erden

Ich habe es zu Anfang meiner spirituellen Reise noch nicht erkannt, wie wichtig es ist, wieder ganz verbunden mit beiden Füßen auf der Erde zu stehen. Spirituelle Entwicklung kann manchmal sehr anstrengend sein und um eine innere Energiebalance zu erhalten gibt es wahrscheinlich so viel Möglichkeiten, wie es Menschen gibt ;). Im Sommer erdet mich die Beschäftigung im Garten und mit meinen Tieren: 3 Enten mit hoffentlich bald Küken, 10 Wachteln und regelmäßig Küken, 4 Zwerghühner und 2 Zwergangorakaninchen. Die Kaninchen dürfen zu zweit leben und haben im Schuppen einige Quadratmeter Platz zum Toben. Im Sommer dürfen sie natürlich auch raus, auf die Wiese. Im Winter sind es eher handwerkliche Tätigkeiten im Haus, die mich erden. Neben dem Kochen und gelegentlichen Renovieren ist auch das Handarbeiten für mich sehr effektiv. Auch wenn ich facebook eher kritisch sehe, gibt es sehr interessante Gruppen, die gute Tipps für Anfänger geben können, sowie günstig Rohstoffe anbieten. Die effektivste Methode mich zu erden habe ich in der Verarbeitung von Schafrohwolle zur Kleidung gefunden. Die ungewaschene Wolle sortiere ich vor, wasche kleine Teile daraus, kämme sie mit einfachsten Mitteln und verspinne sie. Da ich weder stricken noch besonders gut häkeln kann, liebe ich es Nadelzubinden, zu weben und die kurzen Fasern zu filzen. Fasern, die zu kurz oder zu dreckig sind, dürfen zur wunderbaren Bodenaufbereitung auf den Kompost / ins Beet. Einige Vögel haben sich bereits ein paar Angorahaare zum Nestbau entwendet.  Interessanterweise hat jede Wollsorte ihre eigene Energie (nicht nur weich oder kratzig). Im Moment bevorzuge ich die eher rauhe Schafwolle, im Gegensatz zu flauschigen Alpaka. Schafwolle hat eine langsam schwingende sehr erdverbundene Energie, die mich zur Ruhe kommen lässt. Sie ist widerstandsfähig und hat viele schützenden und wärmenden Aspekte für Körper und Seele. Alpaka schwingt höher, luftig leicht und eignet sich nicht so gut für mich zum erden. Angorahaare sind wie die Kaninchen auch, sehr fein sinnig, sehr flauschig, sehr offen für neues und sensible. Mir gefällt die Verbindung aus schützender Schafwolle und flauschigen Angora im Innenteil eines Kleidungsstücks (zum Beispiel bei Hausschuhen/Socken).

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Die Energie des Antriebs

In kreativen Prozessen wird das Ergebnis meiner Arbeit zum Teil von den Energien beseelt, die ich hinein fließen lasse. Diese Energien folgen meiner Aufmerksamkeit. Wenn ich hoch motiviert ein besonders leckeres Gericht kochen möchte, fließt die Energie meiner liebevollen Aufmerksamkeit in den kreativen Kochprozess. Manchmal führt dies jedoch nicht zum gewünschten Ergebnis. Warum ist das so? Welchen Einfluss übersehe ich, dass an diesem Tag das liebevoll gekochte Essen, der sorgfältig gewebte Schal, die sorgsam verrichtete Arbeit im Büro, in einem empfundenen Desaster endet? Ein wesentlicher Aspekt könnte die Energie des Antriebs sein. Diese ursprüngliche, meist unbewusste Energie, scheint einen großen Einfluss auf das Gesamtergebnis zu haben. Wenn mein unbewusstes Gefühl der Angst, die Energie meines Antriebs ist, kann ich mit noch so viel liebevoller Aufmerksamkeit mein Tun beschenken, die innere Verkrampfung der Angst, negativiert mein Ergebnis. Eine ängstliche Antriebsenergie wirkt sich häufig blockierend aus. Sie steht im inneren Konflikt mit dem kreativen Prozess, sodass viel Kraft aufgewendet werden muss, um zu einem Ergebnis zu kommen. Im Gegensatz dazu beinhaltet die Antriebsenergie der Freude, mit liebevoller Aufmerksamkeit ausgeführt, ein großes magisches Potential. Für mich bedeutet das: Ist das Ergebnis nicht wie gewünscht, hinterfrage ich meine Antriebsenergie, um an dieser menschlichen Erfahrung zu wachsen. Interessante Antriebsenergien sind auch sogenannte „Helfersyndrome“ oder „Missionierungssyndrome“ (auch in esotherischen Kreisen) . Hier finde ich es besonders spannend zu ergründen, welche Antriebsenergie wirklich dahinter steckt. Wichtige Hinweise sind die Gefühle und die empfundene Energieaufwendung, die sich beim Betrachten des Ergebnisses einstellen. Das Ergebnis ist wie ein Spiegel meines unbewussten und bewussten Selbst. Es reflektiert alle Energie, mit der es gestaltet wurde. Blicke ich in den Spiegel meines Ergebnisses, kann ich dementsprechend auch meine unbewussten Energien erkennen. Auch wenn es manchmal schwer zu ertragen ist, was diese Spiegelbilder zeigen, reichen sie uns doch immer die Hand, um konstruktiv mit ihnen umzugehen.

Im Alltag heißt das jedoch nicht, dass ich alles hinterfrage und versuche bei allen Tätigkeiten meinen eigentlichen Antrieb zu überprüfen (das wäre ein Angstantrieb). Wenn mein Tun auf einmal sehr anstrengend wird, wenn es nicht so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe, dann halte ich kurz inne und frage nach innen: Du liebes Selbst? Steig kurz vom Hamsterrad. Wir überprüfen den Antrieb.

Seelenfrieden

Geführt von Sehnsucht, die du mir sendest,

wate ich durch schmerzhafte Leere, wo bist Du, geliebte Seele?

Träge von all der Müdigkeit, mit der Du mich sanft um Kontakt bittest,

erwarte ich Dich hier, geliebte Seele,

in atmender Ruhe, in dieser Lebens-Zeit,

warte auf Dich, voller Vertrauen, warte auf Dein Zeichen,

bis ich mich erinnere,

bis ich wieder fühle,

das wir Eins sind,

materieller Körper und schwingende Leichtigkeit,

Zuhause im lebendigen Tanz dieses Augenblickes:

 

so weicht Sehnsucht unendlicher Freude,

so füllt sich Leere mit sanfter Schwingung,

so wandelt sich Müdigkeit in wärmende Lebenskraft

im tiefen Seelenfrieden, finde ich mein Zuhause,

für diesen einen Moment.

 

Lass mich üben mit Dir gemeinsam zu leben,

mit beiden Augen zu sehen,

mit beiden Ohren zu hören,

mit beiden Händen zu wirken.

Wenn ich Dich im Alltag vergesse, geliebte Seele,

sende mir Sehnsucht,

sende mir Leere,

sende mir Müdigkeit,

auf das ich mich erinnere,

an den lebendigen Tanz unseres Einsseins.

©MHecht

Der Garten als Spiegel

In meinem Garten erkunde ich gerne die verschiedenen Aspekte meiner Seele, wie im Inneren, so im Äußeren, vom kleinsten Lebewesen zum Großen Kosmos. Vor kurzer Zeit traf ich am Gartenzaun meine Nachbarin. Sie winkte ganz aufgeregt und zeigte auf den Löwenzahn neben mir.“ Den machen sie aber noch weg, oder? Wenn nur alles so wuchern würde, wie Kraut. Das ist ein richtiges Teufelszeug. Die ganze Zeit bin ich damit beschäftigt alles heraus zu reißen. Wenn es erst mal blüht, ist alles zu spät.“ Ich dankte ihr für den Rat und verabschiedete mich.

Wovor hatte sie solche Angst bzw. was verärgerte sie so? Wie schon ein Sprichwort sagt, steckt der Teufel im Detail. Was genau bedeutet Teufels(zeug) eigentlich? Der Begriff „Teufel“ leitet sich aus dem altgriechischen ab und bedeutet so viel wie „Durcheinanderwerfer“. Es handelt sich um etwas oder jemanden, der eine bestimmte / heilige Ordnung stört. Der Teufel agiert im Verborgenden, im Schatten. Seine Hilfsmittel sollen z.B. Verstrickung, Manipulation und Abhängigkeit sein. Das Kraut als Sinnbild für die verborgenen Anteile der Seele, die hervor wachsen, um die Ordnung zu stören? So hatte ich das noch gar nicht betrachtet. Worin besteht die teuflische Abhängigkeit? Ist das Kraut wirklich Teufelszeug? Oder handelt es sich um ein Kraut, dass aus den Tiefen der Seele hervor wächst, um zu heilen? Ist der Mensch vielleicht eher gefangen im Teufelkreis des ewigen Hackens, Herausreißens, Salz- und Giftstreuens? Wie ist das bei mir? Mähe ich den Rasen, weil ich Raum für Licht und Luft auf die Wiese bringen möchte oder weil mir eine innere Stimme einflüstert:“ Es muss getan werden, sonst droht irgendein Unheil?“ Wer flüstert eigentlich? Ist es eine böse dunkle Macht von außen, die verführt und abhängig macht? Wer nimmt hier wirklich wen gefangen?

Himmel und Hölle scheinen mir sehr irdische Zustände zu sein. Ist es nicht eher so, dass die Türen in der Hölle offen stehen und es in unserer Verantwortung liegt, hinein und hinaus zu treten? Wenn mir die Türen wirklich offen stehen, warum sollte ich freiwillig dort bleiben? Schafft die Abhängigkeit des Höllenleids vielleicht eine gewisse Sicherheit? Ist dieses (selbst gewählte) Leid beruhigend, denn ich kann scheinbar über die engen Grenzen des „Höllenraumes“ den Überblick behalten? Lebe ich vielleicht lieber, meist unbewusst,  im selbstgewählten Leid, als in kraftvoller Fülle? Wenn es selbst gewählt ist, wie kann ich es ändern?  Braucht es Mut? Braucht es das Licht der Aufklärung?

Gehe ich wirklich einen Bund mit dem Teufel ein, wenn ich die heilige Ordnung störe und Unkraut wachsen lasse? Was passiert in meiner Seele,  wenn ich zu viel wachsen lasse, den Überblick verliere, alles überwuchert und erstickt (Wer flüstert mir diese Ängste ein?)? Woran kann ich mich orientieren, damit mein Garten ein lichtvoller  Lebensraum in der Fülle seiner Möglichkeiten wird?

Weder will ich Teile meiner Seele in die Dunkelheit verdammen, noch Blumen herausreißen oder vergiften, die für einen komplexen Lebensraum lebenswichtig sind. Aber wer weiß, was das für Blüten treibt? An welchem Fixstern kann ich mich orientieren, dass nicht einfach das Chaos überhand nimmt?  Interessanterweise ist der Begriff des Teufels sehr vielschichtig. Neben seinen Schattenseiten trägt er den Namen Luzifer. Der Lichtträger (lat. „Lux“- Licht). Es ist der lateinische Namen des Morgenssterns (der Venus). In der christlichen Theologie gilt der Morgenstern auch als Synomyn für Jesus „Christus“. In enger Verbundenheit mit den BLUmen, den strahlenden,  die ebenfalls die lichtvolle Silbe im Namen tragen. So vereint die kleine Pusteblume spielerisch alle Gegensätze von Licht und Schatten. Wie im Inneren, so im Äußeren, wächst sie heran, strahlt mit ihrem Licht der Aufklärung neues Leben und Wachstum aus. Die kleinen Schirmchen fliegen frei, mit unseren Wünschen zum Himmel.  Sie sind die Vorboten des Lichts, das Versprechen von neuem Leben. Gleichzeitig tragen sie das Potenzial von Chaos, Ausbreitung und Verdrängung in sich.

So wandere ich durch den Garten meiner Seele, beschränke dort, wo eine Überwucherung droht,  erfreue mich am Erblühen des Lichts und nehme im Schatten Abschied vom Verblühten. Möge es ein gutes Nest für neues Leben bieten.

Namaste – Ich grüße das Göttliche in Dir.

Tiefe konzentrierte Entspannung – mal anders

Im Moment beschäftigte ich mich weniger mit dem Klang der Wörter und mehr mit handfesten Material: Nach dem ich viele Meditationsmethoden ausprobiert habe, gelingt mir die tiefe konzentrierte Entspannung innerhalb von Sekunden mit Hilfe des Verspinnnens von Wolle. Meine ersten Versuche habe ich mit bereits aufbereiteter Schafwolle unternommen und einer Handspindel. Da ich mich auch für alte Techniken zur Verarbeitung des Garns interessiere, habe ich aus meinem ersten Garn Pulswärmer mit Hilfe einer Holznadel gebunden.  Das Nadelbinden gibt es laut Internet schon seit mind. der Bronzezeit und ich betreibe es, wie auch das Spinnen, aus dem Bauch heraus. Ich habe eine Idee, wie es werden soll und lasse das Ganze seine Form annehmen.

 

Pulswärmer.jpg
Weil die ersten Versuche ganz gut geklappt haben, beginne ich jetzt Rohwolle zu verarbeiten und habe mir zusätzlich ein Spinnrad ausgeliehen. Es ist eine spannende Tätigkeit mit allen Sinnen, von der ich in Zukunft hier mehr berichten werde :).
Rohwolle ungewaschen        und      Rohwolle gewaschen und gekämmt
RohwolleWollkämme