Wer ist der Baum?

Heute schreibe ich länger als gewöhnlich. Es geht um die meditative Übung, die mich lehrt. Ausgangspunkt ist immer ein heiliger innerer Raum. Ein Ort meiner Seelenlandschaft, an dem ich meine innere Lehrerin treffe. Auch wenn mein Verstand oftmals verängstigst ist, habe ich gelernt, ihr zu vertrauen. Ich schreibe darüber nicht gerne öffentlich. Falls es auch nur einem einzigen Menschen hilft, dem Weg seines Herzens mehr zu vertrauen, hat sich die Überwindung schon „gelohnt“. Gerne lese ich auch, wie andere Menschen auf ihrem spirituellen Pfad zu ihren Erkenntnissen gekommen sind, daher möchte ich etwas zurückgeben.

Ich versetze mich in meditative Stimmung und befinde mich an meinem Ausgangsort. Meine innere Lehrerin deutet auf einem Baum und sagt:“ Geh hinein!“. Der Baum öffnet sich wie eine Tür und ich sehe ihn erstrahlen, ganz erfüllt von hellem warmen Licht. Langsam gehe ich hinein und verschmelze mit diesem Licht, löse mich auf. ES atmet mich. Im Ausatmen dehnt ES sich sanft aus.  Alles ist reines klares leuchtendes Bewusstsein, dass sich ausdehnt vom Anbeginn in den weiten Kosmos, immer weiter. Eine Zeit verweile „ich“ so. Dann komme „ich“ zu „meinem“ Baum zurück. Das leuchtende klare Bewusstsein, wie es ihm Baum fließt, ist tief verwurzelt mit den anderen Bäumen und der Erde. Die Krone im Himmel ist verbunden mit dem wundervollen Licht. Das stille Glück zu Hause zu sein. Alles ist verbunden. ES atmet mich. Durch die halbdurchlässige Rinde strahlt das warme liebende Licht. Ich sehe das Ich bin, dass ich nicht bin. Das „ich“ mehr ist und daher nicht ist. Sehe das da Baum ist und auch Baum nicht nur Baum ist. Ich trete aus der „Tür“ des Baumes heraus als leuchtendes wolkiges schwebendes Bewusstsein. Alles ist frei und leicht, stille Glückseligkeit und doch zieht es mich zum Baum zurück, als meine Ankerpunkt, als mein zeitweises Zuhause. Es gibt noch so viel zu erfahren.

Ich frage meine innere Lehrerin, warum das leuchtende Bewusstsein von Zeit zu Zeit zum Teil aus dem Körper austritt? Nicht nur in der Nacht, wenn wir schlafen auch bei Nahtoderfahrungen? Manchmal auch nach gezielter Übung oder als Gabe von sich aus aktiv wahrgenommen? Warum brauchen wir einen Körper, wenn das Bewusstsein auch so wandeln kann in der Welt?

Mein Verstand kann die Antwort nicht ganz erfassen. Es ist auch schwierig in Worte zu fassen, da ich es als reine Bildsprache des Herzens wahrnehme.  Ein Versuch: Das reine Bewusstsein ist ein Teil von IHM. Es kann einen wichtigen Teil des Erkenntnisprozesses nur durchlaufen, wenn es einen Körper (eine Basis) hat. Es strebt wieder in die Vollkommenheit und um bestimmte Teile des SEINS zu integrieren, muss es den Körper für kurze Zeiträume verlassen. Manche Erkenntnis/Heilungsprozesse benötigen einen Körper, ein aktives Tagesbewusstsein, mache brauchen lediglich die menschliche Essenz, die leuchtende klare liebende Wolke des Herzens-Lichts. Die Botschaft ist so simpel und auch nicht neu. Der Verstand hätte es lieber komplizierter. Das Ego würde lieber jetzt eine weltbewegende Neuerung verbreiten, ein neues gefundenes Himmelreich verkünden und sich mit Lorbeeren schmücken. Doch da ist nichts. Gleichzeitig ist alles da. Mein Herz lehrt mich tiefste Bescheidenheit und erstrahlt voller Glückseligkeit. ES ist einfach da, so einfach, so wundervoll. Einfach jetzt. Seit Anbeginn und doch im ständigen Wandel des Erkennens.

Was also tun? Werde wach, Schritt für Schritt. Lasse deine Sinne von deinem Herzen erwecken. Siehe dein inneres liebevolles Licht. ES erweckt den Körper mit seinem Klang. Versuche ihn nicht krampfhaft zu überwinden, er ist zu wichtig für deinen Weg. Höre den Klang. Es singt. Wer singt?:“ Höre, siehe, rieche, schmecke, taste, erfahre MICH. wisse jetzt. Ich bin. Vertraue. Lasse dich führen mit Hingabe, denn dein Herz kennt den Weg zum Geliebten, das Licht ist. Lass uns wieder gemeinsam Schritt für Schritt in die liebevolle Vollkommenheit gehen. “

 

Namaste

MHecht

Ein Kommentar zu „Wer ist der Baum?

  1. Das Bewusstsein ist kein Teil von irgendwas oder irgendjemandem. Das Bewusstsein ist unteilbar, ewig, unerschaffen. Jenseits von Zeit, Raum, Persönlichkeiten, Namen, Vielfalt, Formen, Dualität, Atributte. Es ist jenseits vom Verständnis logischen Denkens. Es ist das Bewusste Sein- und doch auch jenseits vom Sein und Nichtsein, das jedoch sie alle in sich, aus sich, holografisch hervorbringen läßt. Es projiziert alles Sein und unser aller Dasein in sich, alles Existenz als Realitäten jedoch nur Es selbst als Wirklichkeit seiend, multidimensional -illusorisch wahrnehmbar. Es ist DAS EINE als Vielfalt, als das Viele, was die Logik nicht erklären und wahrnehmen- weil diese einfach selbst projizierte Erschaffung ist.

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